Blizzard heuert Trump-Mitarbeiter an und blutet langsam aus, sagt Insider

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author image by | Gaming | 0 Comments | 25 Mai 2021

Ein tyrannischer Trump-Mitarbeiter wird von Blizzard eingestellt und vom Chef gelobt, berichten Insider. Was ist da wieder los bei Blizzard?

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Nachrichten, die ein negatives Licht auf Blizzard geworfen haben. Ein großer Bericht mit vielen Insider-Informationen der Seite IGN enthüllte vor einigen Tagen noch weitere Details und lässt noch mehr Fragen aufkommen:

Wird Blizzard noch mehr Mitarbeiter verlieren? Warum verschwinden eigentlich nach und nach alle? Und war es wirklich eine kluge Idee, einen ehemaligen Trump-Mitarbeiter einzustellen?

Ex-Trump-Mitarbeiter soll Wachstum ankurbeln

Ein umfangreicher Artikel auf IGN in Bezug auf den aktuellen Status bei Blizzard hat einige Details aufgedeckt. Das Magazin hatte mit mehreren aktuellen und ehemaligen Blizzard-Mitarbeitern gesprochen und gleichzeitig die Probleme der letzten Jahre aufgezeigt. Dabei wurde deutlich, wie sich Blizzard von einem Schlamassel in den nächsten bewegte.

Einer der letzten kleinen Skandale: Blizzard hat einen Ex-Regierungsmitarbeiter der Trump-Regierung engagiert, der während einer Befragung als „Tyrann“ bezeichnet wurde.

Dabei geht es um Brian Bulatao. Der arbeitete während der letzten Regierungsperiode in den USA direkt unter dem Trump-Verbündeten Mike Pompeo (Secretary of State). Erst vor einer Weile gab es Anschuldigungen gegen Bulatao. Er soll den Beamten Steve Linick tyrannisiert haben, während dieser Untersuchungen durchführte, die herausfinden sollten, ob Pompeo (Bulataos Chef) Staatsgelder veruntreut habe (via gamasutra.com).

Der Blizzard-CEO Bobby Kotick hingegen lobte Bulatao bei seiner Einstellung für seine Erfahrung in der Regierungsarbeit und im Militär. Kotick nannte ihn ein „Ausnahmetalent“.

Kotick hält Bulatao für ein “Ausnahmetalent” – Mitarbeiter sehen das anders.

Kotick sagte: Brian Bulatao repräsentiere Blizzards Bemühungen, Veteranen anzuheuern. Er sei ausgezeichnet geeignet, um „die Transformation des Unternehmens zu beschleunigen und großartige Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum zu schaffen.“

Bulatao arbeitet seither als Chief Administrative Officer bei Blizzard.

Viele Mitarbeiter könnten jedoch nicht verstehen, wie jemand, der als Tyrann und „Mobber“ bezeichnet wurde, für die Werte eintreten könne, die Blizzard eigentlich ausmachten.

“Call of Duty macht das Geld – Call of Duty bestimmt die Kultur”

Das Ende der internen Gespräche war wohl erreicht, als sich die Vermutung herauskristallisierte, dass Blizzard nur wenig Mitspracherecht bei der Anstellung von Butalao hatte. Der Gedanke dahinter ist wohl, dass seine Einstellung von Activision angeleiert sei, um Blizzard mehr den anderen großen Abteilungen von Activision Blizzard anzugleichen.

Immerhin ist Blizzard gegenwärtig der Bereich, der Activision Blizzard am wenigsten Einnahmen beschert (via IGN.com). IGN zitiert eine Quelle:

“In der Wirklichkeit arbeiten die großen Firma nach dem Motto: Wenn du Geld machst, bestimmst du die Kultur. Und Blizzard macht nicht das Geld – Call of Duty macht es und sie bestimmen die Kultur.”

Eine anonyme Quelle

Activision Blizzard will Diablo und Warcraft mehr wie Call of Duty machen

Das Ausbluten geht weiter – Bis zum Release neuer Spiele

Auch wenn Blizzard natürlich aus viel mehr Mitarbeitern als aus den bekannten Gesichtern besteht, sei der Weggang der „großen Helden“ von Blizzard Gift für die Moral der verbliebenen Mitarbeiter, heißt es im Insider-Bericht. Vor allem Jeff Kaplan wurde im ganzen Unternehmen geschätzt. Dass mehr und mehr Entwickler verschwinden, hat allerdings viele Gründe, führt der Insider-Bericht aus.

Einer der Gründe ist das Ausbleiben der großen Releases in den letzten Jahren, das mehr und mehr zu Frustration führt.

Es fühlt sich so an, als wenn die Firma blutet und Schläge einsteckt und, realistisch gesehen, die einzige Sache, die das aufhalten kann, ist die Veröffentlichung von Diablo 4 oder Overwatch 2. Wir reden immer wieder darüber, wie etwa: ‘Wir haben echt die Langzeit-Planung ruiniert, wisst ihr? Unsere Veröffentlichungs-Pläne und so.’

Wenn du schaust, wie lange es dauert, Spiele zu machen, und Diablo 4 und Overwatch [2] werden vermutlich zur gleichen Zeit oder in aufeinanderfolgenden Jahren veröffentlicht, ist es schwer sich vorzustellen, dass das nicht noch einmal geschieht.

Blizzard-Insider zu IGN

Wann immer ein neuer Titel veröffentlicht wird und gut ankommt, schwappt die positive Stimmung auf das ganze Team über. Das fehlt seit einer Weile: Overwatch 1 war 2016 der letzte neue Titel. Das gibt nur noch mehr Nährboden für Unzufriedenheit.

Aktuell sieht es also so aus, als würde der Trend noch ein wenig anhalten, dass eine Reihe von Mitarbeitern bei Blizzard aufhören. Allerdings hat Activision Blizzard auch angekündigt, in den kommenden Jahren ordentlich aufzustocken und bis zu 2.000 neue Entwickler einzustellen.

Ob dieser Übergang vom „alten Blizzard“ zum „neuen Activision Blizzard“ bald abgeschlossen ist, wird nur die Zeit zeigen. Und genau die läuft dem Unternehmen langsam weg.

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