Destiny 2: Bungie ist plötzlich sauer auf Data Miner, doch die sagen: Selber schuld

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author image by | Gaming | 0 Comments | 26 Jun 2021

Durch ein geleaktes Emblem entbrannte vor Kurzem eine heiße Diskussion rund um die Spoiler-Kultur bei Destiny 2. Bungie äußerte sich verärgert über Data Miner und ihre “Leaks”, doch die kontern und halten dem Studio den Spiegel vor.

Data Mining, also das “Ausgraben” von Informationen aus Spiel-Daten oder über die API-Schnittstelle, war schon immer ein kontroverses Thema bei Destiny.

Einige sind dankbar dafür, dass sie so einige spannende Infos bereits früher bekommen. Beispielsweise über kommende neue Exotics oder wann welche saisonalen Cosmetics im Everversum mit der Ingame-Währung gekauft werden können. Andere freuen sich einfach, genaue Werte und mögliche Rolls aller Waffen im Spiel über Datenbanken wie light.gg zu finden. Andere Spieler verteufeln es, weil so beispielsweise neue Inhalte zu früh bekannt werden, kommende Story-Schnipsel gespoilert oder generell die ein oder andere Überraschung verdorben wird.

Und kürzlich wurde es auch im Zuge der Season 14 wieder laut um das Thema Data Mining.

Was ist überhaupt API? API steht für “application programming interface” und ist im Prinzip die Schnittstelle zwischen Destiny 2 und externen Diensten wie Apps oder Web-Seiten, die auf bestimmte Daten des Spiels über eine Online-Datenbank von Bungie zurückgreifen. So können beispielsweise aktuelle Spieler-Statistiken oder Händler-Inventar ausgelesen und über andere Anwendungen angezeigt werden. Beliebte Daten-Banken wie light.gg oder Tracker-Seiten wie Destiny Tracker oder Trials Report beziehen so ihre Daten. Bungie selbst bestimmt dabei, welche Daten über die API-Schnittstelle einsehbar sind.

Bungie ärgert sich über Data Miner

Was hat es mit der Diskussion auf sich? Am vergangenen Wochenende meldete sich plötzlich der Community Manager Dylan “dmg04” Gaffner zu Wort und warnte Spieler auf Twitter davor, ein spezielles Emblem zu kaufen. Dafür wurden bereits Codes verkauft, doch das Emblem ist eigentlich noch gar nicht im Spiel und soll später gratis erhältlich sein – deshalb auch die Warnung.

Nachdem Bungie sich bei Spielern, die dieses Emblem bereits trugen, erkundigte, woher sie es hätten, gab man schnell Data Minern die Schuld für die Situation. So hieß es im Tweet unter anderem: “Data Miner – hört bitte auf, Inhalte zu spoilern, seien es nun Story oder Emblem-Codes…”

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Das entfachte eine Debatte, ob das Data Mining nun Fluch oder Segen für Destiny ist, wobei viele die Ansicht von dmg04 teilten.

Das Problem dabei: Den Nachforschungen der Seite Kotaku zufolge stammten die Codes für das Emblem gar nicht von Data Minern, sondern von einem Bungie-Insider. Das teilte der Verkäufer der Codes auf Nachfrage gegenüber Kotaku mit.

Doch es folge ein weiterer Tweet des Bungie-Mitarbeiters Drew Tucker vom Player Support Team, wo erklärt wird, wie schlecht Bungie sich doch bei Leaks und Spoilern fühlt.

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Doch während auch diese Nachricht viel Zuspruch erntete, äußerten einige der namhaftesten Data Miner ihren Frust über die Bungie-Tweets.

So kontern die Data Miner

Unter anderem äußerte Josh Hunt, der Kopf hinter Destiny-Tools wie Destiny Sets and Ghost Overlay, seinen Unmut über die Angelegenheit.

So fragt er: “Wenn es ein Geheimnis sein sollte, von dem ihr nicht wolltet, dass es gespoilert wird, warum war es dann nicht als geheim eingeordnet?”. Denn das Ganze wurde von Bungie öffentlich im API freigegeben, wobei der es ja der Sinn von API ist, dass Dritt-Anbieter diese Info nutzen und weiterverarbeiten können.

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Dann fuhr Hunt fort: “Ihr [Bungie] macht ein öffentlich zugängliches API, das Drittanbieter nutzen und Apps dafür erstellen sollen, bewerbt das ganze sogar auf eurer Web-Seite und sogar im Spiel. Dann geht ihr hin, stoßt sie [die Drittanbieter] vor den Bus und sagt, sie würden Content spoilern?”

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Abschließend sagt Hunt: “Das geht zu 100 % auf eure Kappe, Bungie. Geht zurück und kennzeichnet Spoiler und andere geheime Inhalte. Lasst die Leute, die beliebte Seiten in der Community aufbauen, nicht rumrätseln, was ihr geheim halten wollt, nur um am Ende von Bungie-Mitarbeitern dafür angefahren zu werden, dass man spoilert.”

Auch JpDeathBlade, ein sehr bekannter Data Miner, der unter anderem die Seite TodayInDestiny betreibt, schaltete sich in die Diskussion ein und hob hervor, dass Bungie – wenn sie es denn wollen – Dinge problemlos als “geheim” im API markieren kann, sodass dann auch Data Miner genau sehen können, dass es ein Geheimnis ist und diese Daten dann generell schwerer einsehbar sind. So war das besagte “A Classy Order”-Emblem beispielsweise komplett unverschlüsselt. “Es ist schwer, etwas auszugraben, das komplett öffentlich zugänglich ist”, so der Miner.

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Bungie ist also in der Lage, Datenbankeinträge zu klassifizieren. In solchen Fällen kann man die genauen Infos zu Exotics, Triumphen und anderen Items nicht einfach öffentlich auslesen.

Dann verteidigte JpDeathBlade die Data Miner, die nicht mal dafür verantwortlich waren, dass die Codes für das Emblem in Umlauf gerieten. Und als weiteres Beispiel für Bungies “Offenheit” lieferte er noch die (zum damaligen Zeitpunkt noch) kommende Lore aus Destiny 2, die über die API zu 100 % frei einsehbar ist – da müsste man nicht mal wirklich minen, so JpDeathBlade.

“Wenn’s einem hilft, ist es ok …”

In einem Gespräch mit der Seite Polygon machte JpDeathBlade seinem Ärger Luft und erläuterte seinen Frust etwas weiter.

“Die meisten Leute sind bezüglich Data Mining mental gespalten – wenn es ihnen selbst hilft, dann ist das in Ordnung.” Ein gutes Beispiel sei da seine eigene Web-Seite. TodayInDestiny zeigt Interessenten nämlich, wann bestimmte Waffen-Skins oder andere Cosmetics zum Verkauf im Ingame-Shop reinrotieren, sodass Spieler im Vorfeld schon gezielt planen können, wann sie was kaufen. “Weil es den Leuten Silber [Echtgeld-Währung] einspart, sehen sie es als gute Sache. Meistens danken mir die Leute einfach dafür oder sprechen darüber, welches Ornament sie als Nächstes kaufen wollen.”

Abschließend geht er nochmal mit dem Tweet von dmg04 ins Gericht: “Leute denken dann, dass gleich alle Data Miner Codes verkaufen und nicht nur einer”. Dafür wurde er selbst auch hart von anderen attackiert und sogar bedroht.

Wie sehen es die Spieler? In den Diskussionen merkt man, dass es immer noch ein sehr kontroverses Thema ist. Wobei gefühlt die Mehrheit der Spieler möchte, dass Überraschungen auch wirklich Überraschungen bleiben. Gleichzeitig verstehen viele auch, dass es mit einem offenen API, das extra dafür entwickelt wurde, damit Fans ihre eigenen Tools damit entwerfen können, es auch weiterhin problematisch bleiben dürfte, sofern nicht Bungie von ihrer Seite her Änderungen vornimmt. Denn unter dem Strich sind und bleiben sie Herr über dieses System.

Doch was sagt ihr? Wie seht ihr die ganze Angelegenheit? Ist Data Mining Fluch und Segen zugleich? Sollte Bungie da Änderungen vornehmen? Oder sind wirklich nur die Data Miner an allem Schuld? Lasst es uns und andere Leser von MeinMMO doch in den Kommentaren wissen.

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