Destiny 2: Viele verfluchen Content-Recycling, doch ausgerechnet alte Inhalte sind gerade DAS Highlight

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author image by | Gaming | 0 Comments | 01 Jun 2021

Bei Destiny 2 feiert die Saison des Spleißers Erfolge mit richtig viel Nostalgie. Die Gläserne Kammer und ikonische Waffen aus Teil 1 locken zahlreiche Hüter an, dabei schimpfen doch immer alle über Bungies Wiederverwertung von altem Content.

In Destiny 2 läuft aktuell die Season 14 und das Action-MMO hat bald 4 Jahre auf dem Buckel. Trotz des Alters konnte Destiny 2 erst kürzlich Rekorde verbuchen und die Spielerzahlen auf Steam sind so hoch, wie schon seit 7 Monaten nicht mehr. Das Ganze ist dabei durchaus paradox, denn gerade das verschriene Recycling bringt nun Erfolge:

“Schuld” am jüngsten Erfolg trägt größtenteils ein alter Raid aus 2014: Die Gläserne Kammer lockte direkt zum Re-Release zehntausende Hüter an. In der Spitze waren 187.504 Hüter auf Steam am Start (PC). Das liegt weit über Durchschnittswert, der sich im letzten Jahr bei stabilen 60.000 – 90.000 gleichzeitigen Spielern einpendelte. Bedenkt, dass wir hier nur einen genauen Blick auf die Steam-Zahlen haben. Die aktiven Spieler auf PlayStation 4 und 5 sowie Xbox Series X/S und One lassen sich nicht so genau verfolgen – die Population ist auf den Konsolen jedoch höher (via Warmind.io).Doch Bungie fährt nicht nur mit dem Raid-Urgestein einen sagenhaften Nostalgie-Trip, die Season 14 setzt zu großen Teilen auf die übergroßen, alten Namen. Der Erfolg gibt den Destiny-Entwicklern aktuell recht – doch eigentlich wollen die Hüter doch nichts Altes mehr und verteufeln Bungies Recycling bei jeder Gelegenheit aufs Schärfste.

MeinMMO schaut, warum die Nostalgie so erfolgreich ist, warum einige Erinnerungen besser in der Vergangenheit geblieben wären und worüber die Hüter da eigentlich seit Jahren schimpfen.

Darüber schimpfen die Spieler: Die Community von Destiny streitet über vieles, doch bei einem sind sich die meisten Hüter einig: Bungie ist Recycling-Weltmeister.

Bei dem Entwickler in Bellevue wird nichts weggeschmissen. Jahre-alte Konzepte tauchen später unter Garantie aus irgendeiner Schublade auf. Aber vor allem schon bekannte Inhalte kommen wie der sprichwörtliche Bumerang stets zurück. Daran ist erstmal nichts verwerflich, doch für viele überspannt Bungie den Bogen eindeutig.

Destiny 2 würde wohl das Ökosiegel “sehr gut” erhalten

Was 2014 Spaß bereitete, sorgt aktuell auch 2021 für zufriedene Hüter

Deswegen übertreibt Bungie es:

Die Inhalte kommen dann teilweise zum x-ten Mal zurück. Erst wurden bekannte Waffen wie das Letzte Wort in Destiny 1 Jahr 1 eingeführt, blieben dann auf der Strecke.Noch in Destiny 1 kamen besagte Waffen später “neu” zurück. Zum Start von Destiny 2 gab es einen Hard-Reset, sämtliche Ausrüstung wurde zurückgelassen. Erklärt wurde das mit der kompletten Zerstörung aller Tresore (wo ja alle Items lagerten).Im Verlauf von Destiny 2 tauchen aber immer mehr dieser verlorenen Items auf. Viele Hüter wundern sich: Wie soll das möglich sein, es war doch alles weg.Besonders kritisch wird das Ganze, wenn alte Inhalte als neuer Bezahl-Content zurückkommen.

Und so wie beschrieben geht es bei weitem nicht nur den bekanntesten Exotics. Seit einiger Zeit gibt es die Destiny Content Vault – eine Art Ressourcen-Pool, wo nun alle Inhalte von Destiny 1 und 2 enthalten sind, und wo sich die Entwickler jederzeit bedienen können.Es können also sämtliche Inhalte – auch aus Destiny 1 – wiederverwertet werden und wieder ihren Weg ins oder aus dem Spiel finden.

Das ökologische Wiederverwertungswunder Destiny 2 bringt über die Vault legendäre Waffen, Strikes, ganze Areale und und und zurück. Selbst in Rente geschickte Waffen tauchen dann mit leicht aufgehübschten Perks wieder auf dem Schlachtfeld auf, melden sich ohne Altersverschleiß zum Dienst. Kürzlich kam dann auch den ersten Raid aus Destiny 1 zurück.

Die Content Vault macht’s mittlerweile im großen Stil möglich. Mehr zur Content Vault findet ihr hier auf MeinMMO.

Als wir mit Nexxoss Gaming, dem größten deutschsprachigen Streamer zu Destiny, sprachen, führte er die Kritik der Community fort: Für die Veteranen sei aktuell viel Wiederholung an der Tagesordnung.

Größter deutschsprachiger Streamer zu Destiny 2 kritisiert hart, aber: „Ist ein Unikat“

Warum geht der Nostalgie-Plan trotz Kritik auf?

Gut, die Hüter schimpfen, fordern weniger Altes in neuem Gewand. Aber warum ist Bungie dann trotzdem mit dem Recycling erfolgreich? Man könnte meinen, dass die Gläserne Kammer hier ein Einzelfall darstellt. Dem ist aber nicht so.

Als vor dem Start bekannt wurde, dass in der Season 14 Waffen wie die Uneinigkeit oder der Schicksalsbringer zurückkehrten, war das Thema in aller (Hüter)Munde. Als dann auch solche Kult-Exotics wie die Vex Mythoclast bestätigt waren, aalten sich die Spieler in wohliger Nostalgie.

Ob die Waffen ihrem Hype dann auch wirklich gerecht werden, steht auf einem anderen Blatt. Denn gerade die Vex Mythoclast und Uneinigkeit wären wohl besser in der Vergangenheit geblieben. Im Gegensatz zum Raid, der an den richtigen Stellen aktualisiert wurde, schwächeln viele Rückkehrer in der Praxis.

Alleien die Nennung von Uneinigkeit in Destiny 2 verzückte viele Hüter noch vor den ersten Tests

Darum überzeugt die Gläserne Kammer: Im Falle des Raids ist der Erfolg einfach zu bemessen:

Veteranen wollen wissen, ob sie es noch draufhaben, ob der Ausflug zur Venus und der Kampf gegen Atheon noch so episch wie in ihrer Erinnerung sind.Die Gläserne Kammer ist ein nostalgischer Trip in die “Goldgräber-Zeit” von Destiny. Damals war alles neu, so noch nie in einem Shooter oder auf Konsolen gesehen worden.Neue Hüter wollen nachvollziehen, wovon die alten Hasen da seit Jahren schwärmen. Und zu in diesem Fall frischem Content sagt man ja eh erstmal nicht nein.Bungie hat den Raid völlig gratis eingeführt, jeder kann ihn mit der Free2Play-Version von Destiny 2 entdecken. Zudem ist auch das benötigte Powerlevel so gering, dass man auch als Gelegenheitshüter oder Rückkehrer die ersten Encounter problemlos antreten kann.

Auf MeinMMO sagt ihr daher solche Sachen in den Kommentaren:

Also uns im Clan hat es wirklich Spaß gemacht. Es kam ein bisschen das D1 Feeling. Haben es auch bis zum Templer am ersten Tag geschafft. Aber dann mussten wir auf den Reset warten, um Atheon zu legen. Wir haben den gleichen Blödsinn wie damals gemacht und haben viel gelacht. Jetzt bitte noch Kings Fall und Wraith of the Machine.

Bert via MeinMMO

So schön ist’s mit Nostalgie: Warum wir trotz Ablehnung und der Forderung “Bungie, schaff neuen und kreativen Content ran!” dennoch immer wieder in die Nostalgie verfallen und die Klassiker aufs Neue begrüßen, könnte man so erklären: Wir erinnern uns selektiv an die Vergangenheit. Schlechte Erinnerungen werden größtenteils ausgeblendet, übrig bleibt das Gute.

Haben wir dann eine Waffe wie das Letzte Wort als sprichwörtliche Karotte erneut vor der Nase, wollen wir zubeißen – immerhin war der Geschmack doch früher so köstlich. Trotz des Vorsatzes, das alte Zeug nicht zu wollen, wollen wir tief in uns drin dann doch die alten Gefühle aufleben lassen. Es ist schon skurril, wenn man sagt, das PvP von Destiny 1 war besser, dann aber keinen Gedanken an die wirklich miesen Server und die überhaupt nicht diverse Meta verschwendet.

Bietet Destiny 2 denn wirklich nur alten Kram?

Auch frische Ideen wissen zu gefallen: Früher war alles besser? Ja, nein, nicht wirklich. Zwar sind die Highlights von Season 14 gerade die Klassiker, aber zeitgleich warten auch frische Inhalte, die nur etwas im Schatten der nostalgischen Giganten stehen.

Die hanebüchene “Geschichte” von Destiny war in Teil 1 ein Mosaik aus Lore-Texten und Versatzstücken, die größtenteils außerhalb des Spiels lagerten. In Destiny 2 nimmt die Story eine von Season zu Season greifbarere Handlung an. Zuletzt können wir sehen, dass unsere Feinde die Gefallenen nicht nur schwarz-weiß böse sind. Dass sie uns fürchten, wie wir sie. Das Story-Telling ist heute eindeutig besser als früher.

Der gruselige Ausflug auf das Geisterschiff in der Vorzeichen-Mission war das Highlight der vergangenen Season 13. Dieser Content gilt als mit das Beste, was es je in beiden Teilen gab. Und kurz davor hat die Omen-Mission die Hüter auch schon überzeugt – auch wenn es hier den Klassiker Falkenmond als Zugpferd gab.

Die zum Schneiden dicke Atmosphäre der Vorzeichen-Mission hat die Spieler positiv überrascht

Hört die Nostalgie bald auf?

Wahrscheinlich nicht. Destiny 2 wird zwar auch neuen Content bringen, das Studio expandiert und bekennt sich noch über Jahre zu zum Game. Doch gerade der Erfolg der nostalgischen Season 14 wird Bungie vor allem eines zeigen: Nostalgie ist eine starke Triebfeder.

Zukünftig können wir uns also fast schon sicher auf einen Besuch im Kingsfall-Raid freuen und dürfen gespannt sein, wie Oryx an die heutigen Gegebenheiten angepasst wird. Zwar wird jede Season neue exotische Spielzeuge bringen, doch in den “verlorenen” Tresoren von Destiny 1 schlummern noch massig Exotics, die wir in Destiny 2 (bisher) nicht gesehen haben.

Welche Exotics “fehlen”? Hier mal die ganze Liste fehlender exotischer Waffen – ohne die späteren “Adept-Exotics”:

NecrochasmKhvostov (gibt es als legendäre Knarre)Zhalo Supercell (Risikoreich gibt es als „MP-Bruder“)Fabianische StrategieTlalocErster FluchRoter Tod (Scharlach gibt es als “Handcannon-Bruder”)Boolescher ZwillingBoshafte BerührungPocket Infinity (Bungie sagte hierzu: „kommt nie zurück“)SchmähungUniversalgerätZen MeteorGeduld und ZeitJenseitsEisbrecherKein Land Ausßerhalb (Devrim aus der ETZ trägt das Waffen-Modell)Dregs PromiseUnbefugterNova MortisAbbadonNemesis SternExtrem Guter RatDie 4 Exo-Schwerter (sind jetzt quasi legendäre Waffen)DrachenatemGjallarhorn

Die Liste zeigt, bei den 81 Exo-Waffen aus Destiny 2 (Stand 1. Juni 2021) ist noch reichlich Platz für Rückkehrer. So viele Waffen wie vermutet haben es aus dem Erstling gar nicht zu Destiny 2 geschafft. Jeder hat dabei sicher einen Liebling, für den er ein Recycling-kritisches Auge zudrücken würde. Von den Rüstungen wollen wir gar nicht erst sprechen.

Wichtig für die Zukunft ist, dass Destiny eine gesunde Balance aus Nostalgie und Neuem findet. Durch die Content Vault hat man ein Werkzeug, welches richtig eingesetzt das eine große Destiny-Universum realisieren kann, das sich viele Hüter schon so lange wünschen: Destiny 1 hätte weiterlaufen sollen und wäre im Idealfall sukzessiv um neue Inhalte erweitert worden. Jetzt haben wir es andersrum, Destiny 2 läuft weiter und bringt stückweise die Nostalgie im Form von Inhalten aus Teil 1 wieder.

Verteufelt ihr eigentlich auch die alten Kamellen, freut euch dann aber doch irgendwie über die nostalgischen Oldtimer? Sagt uns doch in den Kommentaren, wie ihr zum Thema Recycling in Destiny steht.

MeinMMO möchte von euch gerade auch konkret in einer Umfrage wissen: Gläserne Kammer in Destiny 2 – Wie gefällt euch die Rückkehr des Kult-Raids?

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