FIFA 22 soll sich endlich fairer anfühlen – Entwickler Sam Rivera im Interview

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author image by | Gaming | 0 Comments | 20 Jul 2021

Die neuen Gameplay-Features von FIFA 22 wurden am 20. Juli 2021 im EA Play Spotlight genauer vorgestellt. Wir von MeinMMO haben uns mit Sam Rivera von EA Sports unterhalten. Der Gameplay Producer erklärt, wie sich die neuen Features auf das Spiel auswirken sollen.

Die große Neuerung in FIFA 22: Das große Schlagwort in FIFA 22 lautet „HyperMotion“ – zumindest auf den neuen Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Dabei handelt es sich um eine neue Technik, die über 4.000 neue Animationen ins Spiel bringt, neue Bewegungen ermöglicht und das ganze Spiel näher in Richtung realen Fußball bewegen soll. 

Mithilfe der neuen Konsolen sei es nun auch möglich, längere, realistische Animationen ins Spiel einzubauen, ohne dass das Gameplay an Responsivität einbüßt, erklärt Gameplay Producer Rivera: „In der Vergangenheit haben wir versucht, die Animationen kurz zu halten“.

Nun sind flüssige, lange Bewegungen der Spieler möglich, die aber bei Bedarf unterbrochen werden können.

Die „HyperMotion“-Aspekte des Spiels sind dabei exklusiv auf den zwei neuen Konsolen und Stadia. Der PC, die PS4 und Xbox One hingegen müssen darauf verzichten – gehen aber nicht ohne Neuerungen aus, betont Rivera: „Als wir die Funktionen entworfen haben, haben wir auch bei der Gen 4 auf wirkungsvolle Neuerungen geachtet. Und die sind groß: Wie die Umgestaltung des Torwarts, wie sich der Ball bewegt. Die Sprintmechanik, die Taktik – sie sind alle Teil von Gen 4.“

Wie sich das anfühlt, konnten wir bereits im ersten FIFA-22-Test ausprobieren.

Sprinten soll in FIFA 22 nicht mehr so übermächtig sein

Gerade das Thema „Sprintmechaniken“ sollte für viele Spieler ein wichtiges Schlagwort sein. Schließlich galt in der Vergangenheit oft, dass die schnellsten Spieler einen deutlichen Vorteil brachten. Das hat man sich für FIFA 22 genauer angeschaut, so Rivera.

„Es gibt einige Änderungen, die wir in FIFA 22 vorgenommen haben. Generell versuchen wir, sicherzustellen, dass das Tempo nicht der wichtigste Faktor im Spiel ist. Wir wollen dem echten Fußball ähnlicher werden. Tempo ist wichtig, aber nicht alles.“

Sam Rivera im Interview

Rivera verweist als Beispiel auf das EM-Spiel zwischen England und Italien. Dort hielt die italienische Innenverteidigung die englische Offensive in Schach, obwohl die Verteidiger Chiellini und Bonucci nicht unbedingt als die schnellsten Defensivspieler gelten.

Mit dem „Explosive Sprint“ bringt FIFA 22 zwar eine neue Sprintmechanik ins Spiel, die Spieler auf den ersten Metern nach vorne einen Vorteil bringen soll. Dennoch will man bei FIFA 22 eine Balance finden: „Es gibt Anpassungen, wie schnell sich die Spieler bewegen. Reaktionsschnell, explosiv, ohne zu schnell zu sein.“ Gerade mit Hypermotion sollen Spieler „neu lernen müssen, wie Pace in FIFA 22 funktioniert.“

Schnelle Spieler wie Mbappé werden auch in FIFA 22 stark sein – Aber vielleicht nicht übermächtig

FIFA 22 soll sich fairer anfühlen

Ein seit langem bestehendes Problem für die FIFA-Community ist, dass sich Spiele nicht immer „fair“ anfühlen. Im Sinne von: Es passiert etwas anderes, als man eigentlich vom Spiel bei bestimmten Aktionen erwartet hat. Ein Problem, das Rivera und sein Team in FIFA 22 genauer angehen wollen.

„Ich spiele viel und ich sehe auch manchmal den Fall: Vielleicht war das nicht der beste Ausgang einer Situation“ so Rivera. So käme es manchmal zu Situationen, die sich wie zufällig anfühlen: „Das ist nicht das, was wir wollen. Wir wollen, dass sich das Spiel fair anfühlt.“

Dass man verärgert ist, wenn solche Probleme auftreten, kann Rivera nachvollziehen: „Es kann frustrieren, wenn man denkt, man hat alles gut gemacht, und man bekommt nicht das Ergebnis, das man erwartet.“ Rivera verweist als Beispiel etwa auf Einwürfe, die eigentlich wie eine einfache Situation aussehen – und dann doch beim Gegner landen.

Hier soll sich FIFA 22 verbessern: „In diesem Bereich tun wir eine Menge“, so Rivera: „Es soll mehr konsequente Handlungsabläufe geben, die man lernen kann, damit man die Dinge meistern kann. Auf diese Weise wollen wir auch mehr Fairness erreichen.“

Wie viel tue ich als Spieler in FIFA 22 eigentlich?

Mit FIFA 22 sollen deutlich mehr Berechnungen auf dem Feld stattfinden. Dank neuer taktischer K.I. soll die Defensive geschlossener verteidigen und Bereiche des Spielfeldes abdecken, während die Offensive sich kreativer im Angriff verhalten soll.

Die K.I. soll aber nicht alles für den Spieler übernehmen, erklärt Rivera: „Wir wollen nicht, dass die Leute die KI direkt für sie verteidigen lassen“, so Rivera – denn dann würde man auch keine eigenen Fähigkeiten, keinen eigenen Skill ins Spiel bringen müssen: „Allerdings ist die Art und Weise, wie sich Spieler im Zusammenspiel mit den Teamkollegen positionieren, anders.“

Eure Verteidiger sollen in FIFA 22 schlauer agieren – aber nicht ganz alleine

In der Vergangenheit hätten Verteidiger eher einzelne Spieler gedeckt, während man nun eher Bereiche unter sich aufteilt. „Es ist ein neuer Ansatz, wie sich Spieler abseits des Balls bewegen. Wir wollen aber nicht das 1-gegen-1 für den KI-Verteidiger einfacher machen. Das sollte immer noch der Spieler manuell sein, der verteidigen muss.“

Trotz neuer, verbesserter KI sollte man sich also nicht auf seine Mannschaft verlassen und hoffen, dass die das Spiel schon geschaukelt kriegen: „Du musst nicht weniger tun. Du musst weiterhin das Spiel entscheiden und kontrollieren“, so Rivera: „Die Berechnungen sorgen dafür, dass die Spieler um dich bessere Läufe machen können, die Dinge besser verstehen, dich besser unterstützen können. Aber besser im Sinne des Fußballs, im Sinne von mehr Authentizität.“

Die neuen Features seien nicht dazu gedacht, mehr KI-Verteidigung zu schaffen. „Es ist nicht dafür da, um mehr automatisierte Dinge zu schaffen. Sondern, um den Spielern mehr Fußball-Verhalten zu geben.“

Was sollte ich als Spieler in FIFA 22 als erstes beachten?

Ein Tipp für den Start: Bei all den Neuerungen könnte es schwer für Spieler werden, sich an das neue FIFA 22 zu gewöhnen. Laut Rivera solle man sich zuerst auf Taktik und Positionierung konzentrieren, sobald das Spiel erscheint.

„Es ist etwas ganz anderes, Räume zu finden. Wenn man viel FIFA 21 spielt, gewöhnt man sich daran, ‚okay, das ist die Art und Weise, wie man das Spiel aufbaut und Chancen kreiert‘“, so Rivera: „In FIFA 22 ist alles ein bisschen anders, weil alles zonaler ist, es gibt weniger Manndeckung. Also muss man vielleicht die Flügel mehr nutzen. Das heißt aber nicht, dass man nur Flanken und Tore schießen kann. Mehr Abwechslung!“

Mehr Abwechslung in den Angriffsmustern – das dürfte etwas sein, das viele Spieler freuen könnte. Wie sich das letztendlich anfühlt, bleibt aber erstmal noch abzuwarten. Denn der Release von FIFA 22 ist mit dem 01. Oktober noch recht weit weg.

Alles zum FIFA-22-Release erfahrt ihr hier.

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