Firma twittert zu Streamerinnen auf Twitch, erntet Sexismus-Shitstorm, feuert wen

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author image by | Gaming | 0 Comments | 20 Jul 2021

Die Firma „Vertagear“ stellt Gaming-Stühle her. Über Twitter versuchte man die Gaming-Zielgruppe zu erreichen und postete einen humorvollen gemeinten Tweet, dass Twitch-Streamerinnen sich selbst in den Vordergrund rücken und Games nur Beiwerk sind. Nach Sexismus-Vorwürfen gegen die Firma wurde der Betreuer des Social Media Accounts entlassen.

Für welchen Tweet gab es Ärger? Der Twitter-Account von Vertagear postete am 18. Juli ein Meme. Das zeigte 2 Twitch-Streamer:

Bei dem männlichen Streamer nahm das Computerspiel 95% des Bildschirms ein; der Streamer selbst war in einer Facecam nur klein unten links zu sehenBei der weiblichen Streamerin nahm die Streamerin selbst gut 75% des Bildschirms ein, das eigentliche Spiel war nur in der unteren rechte Ecke zu erkennen

Der Tweet spielte darauf an, dass sich Streamerinnen angeblich stärker inszenieren und ins Bild rücken als ihre männliche Kollegen. Das eigentliche Game soll bei der Streamerin nur Beiwerk sein, während es beim Streamer zentral steht.

Der Tweet ist eine Abwandlung eines Memes, das in einigen Varianten kursiert (via 9gag).

Der Twitter-Account schrieb „Ist das korrekt“ mit 3 lachenden Smileys.

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Die Streamerin Lowco rief Streamer dazu, die Firma zu boykottieren.

Streamerin ruft zum Boykott der Gaming-Stühle auf

Das war der Shtistorm: Die Streamerin und Twitchpartnerin Lowco (107.000 Twitch-Follower) rief dazu auf, die Firma hinter dem Tweet zu boykottieren:

„Hey, wenn irgendein Streamer dieser sexistischen Firma kostenlose Werbung gibt, indem er in einem ihrer Stühle sitzt, will er vielleicht drüber nachdenken, dass Vertagear-Logo zu entfernen.“

Lowco

Es wurden dann weitere Tweets gepostet,

wie sich der Account der Firma über einen pinken Gaming-Stuhl lustig machtwie der Twitter-Account der Firma ankündigt, er werde im „Microsoft Flight Simulator“ simulieren, wie er zu seiner Ex fliegt, um gegen sie zu kämpfen.weitere “Mann/Frau”-Memes (via twitter).

Unter dem Tweet der Streamerinnen kündigten tatsächlich einige Twitter-Nutzer an, nun die Stühle von Vertagear zu boykottieren. Der Vorwurf an den Post war, er verallgemeinere: “Alle Streamerinnen sind so!” – das sei sexistisch.

Einige Nutzer sagten aber auch: An dem Tweet über Twitch-Streamerinnen sei schon was dran. Ein Twitter-Nutzer postete etwa einen Clip der Twitch-Streamerin Alinity, in dem sie wirklich mit dem “75% Ich – 25% Spiel”-Setup streamt.

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Der Tweet von Vertagear wurde gelöscht. Das löste aber im ersten Moment noch mehr Ärger aus. Nun hieß es, die Firma habe ihren Fehler nicht mal eingestanden.

Vertagear entschuldigt sich, doch das reicht den Kritikern nicht

So reagierte Vertagear: Später am gleichen Tag wandte sich Vertagear doch noch über Twitter an die Öffentlichkeit. Sie sagten, sie wollten „lustig und interessant“ auf Social Media sein, aber „Vorurteile und Diskriminierung“ seien das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollten.

Man habe „viele Menschen mit dem letzten Tweet verletzt“. Dafür übernimmt man die Verantwortung und hat neue Richtlinien erlassen. Der Vorfall war eine „echte Lehre“ für die Firma, hieß es.

Man bedankte sich für das Feedback und sagte, man hoffe die Leute würden die ernst gemeinte Entschuldigung nun annehmen.

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Das war die Reaktion: Diese Entschuldigung von Vertagear wurde jedoch erneut kritisiert. Die Entschuldigung reichte offenbar einigen nicht aus:

Man fand, den Sexismus bei Vertagear systemisch und nicht nur in den letzten Postings präsent.Es wurde gefordert, den Social-Media-Manager zu entlassen.Es kamen Fragen auf, wie viele Frauen eigentlich im Social-Media-Team arbeiten.

Die 5 größten Twitch-Streamerinnen weltweit

Vertagear feuert Social-Media-Verantwortlichen, stellt wohl eine Frau ein

So ging das aus: Nachdem die erste Entschuldigung offenbar nicht reichte, kam in der Nacht von gestern auf heute noch eine zweite Entschuldigung: Nun nannte Vertagear den Tweet „geschmacklos“ und „nicht zu akzeptieren“ (via twitter).

Über die Jahre habe sich an vielen Stellen eine Sprache in die Social-Media-Accounts eingeschlichen, auf die man “bestimmt nicht stolz” sei. Man habe jetzt nach der Bedenkzeit beschlossen, die Person, die für diese Posts verantwortlich ist zu entlassen. Nun will man auf mehr „Gender-Diversität“ achten, auch bei der Aufsicht über die Social-Media-Posts.

Wie ist jetzt die Reaktion? So richtig reicht auch diese Maßnahme einigen wütenden Nutzern auf Twitter jedoch nicht. Eine Nutzerin sagt: Da werde jetzt jemand gefeuert, der offenbar nur seinen Job machte, ohne irgendwelche Richtlinien. Das eigentliche Problem sei die ganze zu tiefst verletzende Firmen-Kultur.

Eine andere Nutzerin sagt: Der “Social Media Guy” werde jetzt lediglich als Sündenbock geopfert.

Andere werfen der Firma vor, erst nach dem Shitstorm reagiert zu haben. Die hätten wohl die ganze Zeit kein Problem mit dem sexistischen Verhalten gehabt. Erst als der Shitstorm die “Profite” in Gefahr brachte, habe man sich zu einer Handlung entschlossen.

Twitter ist für viele Firmen im Gaming-Bereich ein wichtiger Kanal, um die Gaming-Fans zu erreichen. Dort die korrekte Ansprache zu finden, erweist sich oft als schwierig:

LoL: Team stellt Satan als Profi-Tweeter ein – Twitter bannt ihn

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