Fornite-Stars sollen Fans miese Krypto-Währung angedreht haben – „Wir haben 50.000 $ verloren“

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author image by | Gaming | 0 Comments | 30 Jun 2021

Im Netz gibt es Vorwürfe gegen ehemalige Influencer des Online-Shooters „Fortnite“: Große YouTuber und Twitch-Streamer wie Faze Jarvis, Ricegum oder FaZe Kay sollen Werbung für die Kryptowährung „Save the kids“ gemacht haben. Doch der Coin erwies sich als miese Investition und verlor rasch an Wert.

Das ist die Situation:

Ein YouTuber erhebt Vorwürfe, dass große Gaming-Influencer wie Ricegum, FaZe Jarvis und FaZe Kay für die Krypto-Währung „Save the kids“ geworben haben. Sie haben über Twitter ihren Millionen von Followern empfohlen, in den Coin zu investieren. Sie traten sogar als Markenbotschafter für die Krypto-Währung auf.Der Coin „Save the Kids“ stieg vom Einstiegswert 0,0025€ rasch auf einen Hochwert von 0,0036€ an. Doch der Coin fiel danach innerhalb weniger Tage auf 0,001€ runter und blieb auf diesem Wert hängen: Wer dem Rat der Influencer gefolgt ist und zum Launch des Coins einstieg, halt also viel Geld verloren.Die Influencer haben die Werbung für die Währung mittlerweile gelöscht – nur ein Streamer entschuldigt sich bei den Fans für die Aktion.

Daher stammen die Vorwürfe: Der YouTuber „SomeOrdinaryGamers“ hat die Ereignisse zusammengefasst. Er hat gelöschte Tweets von Influencern wie FaZe Jarvis oder Ricegum gefunden und verwertet, in denen sie für den Coin „Save the kids“ warben.

Der Clan “FaZe” ist eine riesige E-Sport-Organisation: Nach Followern auf Social Media sogar die größte E-Sport-Organisation im Westen. Viele ihrer Mitglieder sind erfolgreiche Content-Creators. Immer wieder sind Mitglieder von FaZe aber in dubiose Machenschaften verstrickt: So soll der Clan etwa eine “Gambling-Seite” für Skins in CS:GO betrieben haben.

Der Gag des Coins “Save the Kids” ist es, dass ein sehr geringer Anteil des Umsatzes für kinderfreundliche und wohltätige Zwecke verwendet wird.

In den Tweets stellen sich Riceum oder Faze Jarvis, die Gamer vor allem aus Fortnite kennen, als „Botschafter“ des Coins vor. Sie forderten ihre Follower auf, zum Release des Coins am 5. Juni einzusteigen. Diese Tweets erreichten Tausende von Followern über Twitter und sind seitdem gelöscht.

Ein mittlerweile gelöschter Tweet von FaZe Jarvis.

Influencer sollen für ein „Pump and Dump“ geworben haben

Das ist der Vorwurf: Der YouTuber sagt zwar nicht, dass die Influencer direkt betrogen haben, aber dennoch wirft er ihnen vor, dass sie ihren „Einfluss“ genutzt haben, um ihren Follower ein schlechtes Geschäft anzudrehen. Die hätte für einen “Pump and Dump” beworben.

So funktioniert ein “Pump and Dump”:

Bei einem „Pump and Dump“ kaufen Insider sehr günstig eine Aktie oder eine Kryptowährung, die zu dem Zeitpunkt wenig Wert besitzt.Danach machen sie massiv Werbung für die Aktie oder die Kryptowährung oder geben diese Werbung in Auftrag.Nun kaufen viele Nutzer das Produkt und der Kurs steigt rasant nach oben, weil die Nachfrage plötzlich riesig ist – Das ist der „Pump“.Ein Produkt, das rasch an Wert gewinnt, zieht die Aufmerksamkeit vieler Käufer, die glauben, da sei schnelles Geld zu holen. Sie steigen auf dem Weg nach oben ein. Das treibt den Kurs weiter hoch.Die Insider verkaufen gemeinsam auf einem Höchstwert die Unmengen des Produkts, die sie vor dem „Pump“ günstig eingekauft haben.Im Folge dieses plötzlichen Überangebots am Produkt im Markt sinkt der Preis des Produkts rapide – Das ist der „Dump“.

Die Insider, die günstig eingekauft, und teuer verkauft haben, sind die Gewinner solcher „Pump and Dumps“

Wer aber teuer eingekauft hat und den Moment verpasst hat, teurer zu verkaufen, bleibt auf dem nun fast wertlosen Produkt hängen und kann es nur mit großen Verlusten verkaufen.

So verlief der Wert von “Save the Kids” – Zum Launch des Coins stieg der Wert rasch an (Pump); fiel nach kurzer Zeit aber rapide (Dump) und blieb dann unten. Quelle: coinmarketcap

Der YouTuber sagt zwar nicht, dass die Influencer ihre Follower gezielt getäuscht hätten, gibt aber zu bedenken, dass YouTuber wie Ricegum schon immer durch unethisches Verhalten aufgefallen seien.

Auch der Streamer „FaZe Jarvis“ wurde dafür bekannt, dass er in Fortnite geschummelt hat und lebneslang aus dem Spiel gebannt wurde.

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Ein Influencer entschuldigt sich bei den Fans: Keine böse Absicht gehabt

Das ist jetzt die Reaktion: Die Influencer Ricegum und FaZe Jarvis haben sich nicht zu diesen Vorwürfen geäußert. Ihre Tweets sind mittlerweile gelöscht.

FaZe Kaye übernimmt aber Verantwortung. Er entschuldigt sich bei seinen Fans. Er habe es nicht böse gemeint und naiverweise einen Coin empfohlen, von dem er dachte, er wäre für alle ein gutes Geschäft. Er habe das aber mit niemandem bei dem FaZe-Clan abgesprochen. Das sei unverantwortlich gewesen. Seine Fans bedeuten ihm alles – es tue ihm leid.

Die Twitter-Nutzer sehen das aber kritisch. Sie glauben, er habe sie gezielt verkauft, um Geld zu verdienen. Und ihm sei in dem Moment das Werbe-Geld wichtiger gewesen, als das Vertrauen der Fans.

Ein Nutzer sagt etwa: „Ja, du hast mich mit Kids schlimm abgezockt und nicht nur das. Ich hab 20 meiner engsten Freunde dazu gebracht, zu investieren, und sie haben alle über 50.000$ verloren.“Ein anderer Nutzer wirft FaZe Kaye vor: „Du wusstest die ganze Zeit, dass die „Coin-Schemes“, die du bewirbst, Pump and Dumps sind. Du bist lange genug im Internet. Deine Entschuldigung ist nichts wert.“Ein dritter Nutzer sagt: „Ich hab absolut die Arschkarte mit Kids gezogen, aber letztlich war es meine Entscheidung, zu investieren. Es hat mich eine wertvolle Lektion gelernt. Die werde ich nie vergessen. Dir ist alles vergeben.“

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Das steckt dahinter: Bei Investitionen in Aktien oder Kryptowährungen geht es um viel Geld. Daher haben Influencer eine besonders große Verantwortung, wenn sie sich gegenüber ihren Follower, die ihnen vertrauen, über solche Themen äußern.

Die Transparenz ist in solchen Fragen auch wichtig: Warum empfiehlt mir der Influencer das Produkt? Wird er dafür bezahlt? Ist er selbst in das Produkt investiert? Was steckt dahinter.

Erfahrene Investoren werden sicher den Kopf schütteln, wie man nur auf “Gaming-Influencer bei finanziellen Entscheidungen hören kann”, wenn es die nicht mal gebacken kriegen, zu verstehen, dass es nicht gut ist, einen Aim-Bot in Fortnite zu nutzen:

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