Fortnite fühlt sich jetzt mehr nach MMORPG als Battle Royale an

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author image by | Gaming | 0 Comments | 16 Mai 2021

Fortnite: Battle Royale war einst das Lieblingsspiel von MeinMMO-Autor Jürgen Horn. Doch lange blieb er dem Spiel fern und hat jetzt nach vielen Monaten wieder reingesehen. Doch was früher ein buntes Battle-Royale war, erinnert ihn jetzt mehr an ein MMORPG. Und löst gemischte Gefühle aus.

Wie lange war Jürgen nicht mehr in Fortnite? Als im August 2020 Season 4 von Kapitel 2 auf die Server kam, beschloss ich, nochmal Fortnite zu spielen. Denn mein Lieblings-Marvel-Held Thor war dabei und den wollte ich mir nicht entgehen lassen. Allerdings blieb es bei der Stippvisite, denn ich hatte andere Prioritäten bei meinen Games und mochte insgesamt flottere Battle-Royale-Shooter ohne Bauen. Wie Apex Legends, das auch in der aktuellen Season noch hart rockt.

Fortnite hingegen fühlte sich damals zunehmend altbacken und träge an und konnte mich nicht mehr so sehr fesseln wie damals zum Launch.

Dennoch wollte ich gut 9 Monate nach meinem letzten Abstecher in Fortnite mal wieder reinsehen. Doch dieses Mal fiel die Rückkehr reichlich bizarr aus, denn ich erkenne „mein“ Spiel nicht wieder.

Buntes Chaos, tote Bananen und nerviger Shop

So ging meine Rückkehr los: Schon kurz nach dem Start von Fortnite wird es reichlich verwirrend. Denn es läuft ein bizarrer Trailer zu einem Event in Season 6 von Kapitel 2, das in mir mehrfach die Gedanken „WTF, was ist das denn?“ aufkommen lässt.

Der mir noch bekannte Bananenfreund Jonesy im Rambo-Look fliegt auf eine Art Turm zu und dann passiert sehr viel auf einmal. Es erscheinen plötzlich Xenomorphe aus Alien, Terminator-Roboter, der Predator und die arme Banane Schali, die daraufhin von Ryu aus Street Fighter brutal zermatscht wird. Ähm … ja?

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Danach kommt der schon aus den Fortnite-Urzeiten bekannte Asteroid vom Himmel gefallen und erneut steigt ein komischer Space-Typ daraus hervor, der irgendwas macht. Was zum Teufel ist da los? Ich ertappe mich dabei zu sagen „Ich bin zu alt für diesen Scheiß“.

So ging’s weiter: Nahtlos nach diesem Chaos-Video startet dann eine Mission, die ich aber aus Versehen abbreche, weil die verdammte Katze mal wieder auf den Reset Button springt! Böse Cleo, aus!

Nach dem Neustart des Systems und der Katzensicherung komme ich dieses Mal gleich in die Menüauswahl und dort sieht alles anders aus, als ich es noch in Erinnerung habe. Ich muss einer Weile suchen, bis ich überhaupt ins Hauptmenü komme und dem Spiel klar mache, das ich weder den Battle-Pass, noch irgendwelche komischen Batman-Spezial-Skins oder sonst was kaufen will.

Derart aufdringlich war der Shop letztes Jahr noch nicht. Ich will doch nur spielen!

Fortnite 2021 – Ist das überhaupt noch ein Battle-Royale?

So viele Quests: Ich habe absichtlich nichts zur aktuellen Season 6 in Fortnite gelesen, um die reine Newcomer-Experience zu erleben. Doch die fällt erstmal als große Verwirrung aus. Schon im Hauptmenü werde ich massiv mit einem Wust an Aufgaben zugetextet. Jeder Honk scheint was von mir zu wollen. „Treff X Sachen mit dem Hammer an der Schwachstelle“, will ein Typ haben. Ein anderer Kerl will drölf Headshots und wieder ein anderer verlangt, dass ich mich heile, während ich im Sturm stehe. Is’ klar …

Gut, die wöchentlichen Challenges kenne ich noch aus meinen alten Fortnite-Tagen, doch so aufdringlich und lästig waren sie damals nicht. Die schiere Menge an Quests überfordert mich. Ich will echt nur spielen!

So. Viele. Quests!

Das war meine erste Session: Irgendwann reiße ich mich von der endlosen Liste der Quests los und starte eine Solo-Runde. Mein geliebter Thor-Skin samt Hammer ist zum Glück noch da. Ich lande irgendwo auf der mir unbekannten, aber seltsam vertraut wirkenden Map und suche erste Waffen.

Die sind ebenfalls überraschend vertraut. Die aktuelle Season scheint eine Art Retro-Thema zu haben, ich finde alte Lieblinge wie die Pump-Gun und die alte Maschinenpistole.

Damit halte ich blutige Ernte unter den Gegnern. Die sind – wie ich seit meinem Besuch vor 9 Monaten noch weiß – größtenteils strunzblöde Dumm-Bots, die echt nix können. Sie sind derart berechenbar, dass ich nur stehen bleiben muss und warte, bis sie ihren obligatorischen Ausweich-Sprung gemacht haben. Dabei schießen sie regelmäßig in die Luft über mir und wenn sie wieder landen, setze ich den perfekten Headshot mit der Pumpe. Jedes Mal!

Da von diesen Gegnern keinerlei Gefahr droht, lasse ich jede Vorsicht fahren und laufe einfach planlos herum und erkunde die Map. Dass man jetzt die Hot-Spots erst erkunden muss, bevor sie auf der Karte zu sehen sind, gefällt mir gut. Erkunden macht einfach Spaß.

Quests in einem Battle-Royale? Doch die nervigen NPCs, die mir im Hauptmenü zig Quests andrehen wollen, gibt es jetzt wohl auch im Spiel. Allen Ernstes rennt mir in einer Farm ein Bauer nach, der mir irgend ne Quest geben will! Ich will aber nicht! Ich will Gegner abballern und nicht noch irgendwelchen Schmarrn für Bauernlümmel erledigen.

Aber der Kerl verfolgt mich und ich renne in einen Schweinestall, wo mich das Borstenvieh anfällt! Sterbt, ihr Säue! Dabei kommt noch ein Bot daher und will’s ebenfalls wissen. Fast erwischt er mich, weil ich mit der Schweinebande zu tun habe. Aber die bewährte „Nichts-tun-und-Headshot-geben“-Taktik hilft auch hier grad noch und ich siege erneut.

Sterbt, ihr Schweine!

Doch die Questgeber fallen mir immer wieder auf und ich meide schließlich Orte, in denen die Icons dieser lästigen Gesellen zu sehen sind. Es kann ja gut sein, dass die Quests irgendwas Tolles freischalten, aber ich will ehrlich gesagt in einem Battle-Royale-Shooter vor allem ballern und Gegner killen. Nicht irgendwelche Aufgaben lesen und verfolgen.

Die kaschieren nämlich eigentlich nur ein Problem, das Fortnite seit jeher hat: Langeweile im Mid-Game. Denn nach wie vor laufe ich minutenlang durch die Pampa und niemand begegnet mir. Klar könnte ich jetzt Quests machen, aber wenn ich nervige Sammelaufgaben erledigen will, dann spiele ich ein MMORPG und grinde gemütlich. Ein Battle-Royale-Game ist für mich aber ein Genre, in dem es um Spannung und nervenaufreibende Action geht und da helfen mir solche MMORPG-Elemente leider gar nicht.

In den richtigen Momenten macht Fortnite immer noch Spaß!

Ist Fortnite jetzt für Jürgen ein schlechtes Spiel? Nein, denn nach der Durststrecke im Mid-Game wird es im Endgame wie gewohnt sehr spannend. Die Zone ist jetzt klein genug, dass die letzten verstreuten Gegner zwangsläufig zusammenkommen.

Und da kracht es ordentlich. Die letzten Gegner – womöglich waren das gar keine Bots mehr – bauen wie irre absurde Festungen und liefern mir eine harte Schlacht. Nach wie vor verweigere ich das Bauen, damit wurde ich in Fortnite noch nie warm. Meine Gegner bauen zwar wie doof, aber ich ballere ihre Festung zu Klump und meine Gegner purzeln nacheinander runter und werden von ein paar Ladungen Schrot empfangen.

Statt zu bauen, schieße ich lieber!

Ich gewinne also meine allererste Runde nach 9 Monaten Abwesenheit mit einem epischen Sieg. Wow! Am Ende macht das alles dann doch mehr Spaß, als ich anfangs dachte. Ich glaube, ich werde Fortnite noch ein paar weitere Chancen geben. Als bunte Alternative zu Apex Legends macht es allemal Spaß und ich muss mir dann doch mal in Ruhe die Quests und NPCs anschauen. Neugierig macht’s mich ja schon irgendwie, auch wenn ich nach wie vor meine Battle-Royale-Spiele lieber als Shooter denn als MMORPGs spiele.

Fühlt ihr euch von meinem Text angesprochen oder seht ihr das ganz anders? Dann schreibt es in die Kommentare! Und wer – wie ich – wieder mit Fortnite loslegen will, dem gefällt sicherlich unser Artikel für neue Fortnite-Einsteiger. Lest hier, ob es sich 2021 überhaupt noch lohnt, in den bunten Battle-Royale Fortnite einzusteigen. Viel Spaß!

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