Geld-Gier treibt eins der größten MMORPG-Studios der Welt in die Krise

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author image by | Gaming | 0 Comments | 21 Sep 2021

Die südkoreanische Firma NCSoft ist weltweit ein führender Entwickler von Online-Rollenspielen. Hier im Westen kennt man sie vor allem wegen der MMORPGs Guild Wars 2, Blade and Soul und WildStar. In Südkorea betreiben sie mit Lineage aber sowas wie das „koreanische WoW“ – doch die MMORPG-Schmiede ist jetzt in einer Krise, wie der Chef gesteht.

So äußert sich die Krise: Der Aktienwert von NCSoft ist innerhalb eines Monats um knapp 29% eingebrochen. Die Firma hat dadurch einen Marktwert von etwa 10,2 Milliarden US-Dollar. Zu ihrem Höchst-Stand, im Februar 2021, waren es noch 18 Milliarden US-Dollar.

Was ist der Grund für die Krise? Als Haupt-Grund für die Krise kann man wohl den Release des Mobile-MMORPGs „Blade & Soul 2“ festmachen. Seit dem Start des Titels ist die Aktie von NCSoft um 20% eingebrochen.

Blade & Soul ist ein beliebtes PC-MMORPG, gerade in Südkorea. Dort ist es fest in der Gaming-Kultur verankert und hat viele Fans.

Das Nachfolge-Spiel startete enorm erfolgreich und hatte schon vorm Release einen Spieler-Rekord gebrochen. Der volle Fokus der Öffentlichkeit lag auf Blade & Soul 2, doch das Spiel zerbröselte im Brennglas und bekam miese Reviews.

Dem Spiel für Mobile und PC wurde vorgeworfen, extrem aggressiv monetarisiert zu werden. Es war in den Augen vieler ein dreister Fall von Pay2Win:

So gab es einen Battle-Pass, der den Spielern schmackhaft gemacht wurdeEs waren mächtige Items in Lootboxen zu bekommenNCSoft verkaufte zudem Erfahrungs-Boosts

Das führte dazu, dass ein Shitstorm über NCSoft hereinbrach. Die Spieler machten das einfach nicht mehr mit.

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Bereits am 1. September musste NCSoft zurückrudern: Sie deaktivierten viele Boosts, machten Inhalte aus dem Battle Pass rückgängig und verteilten Geschenke als Entschädigung. Doch der Schaden scheint angerichtet.

Zusätzlich zu Blade & Soul 2 gibt es weitere negative Einflüsse:

so gibt es eine kontroverse Änderung bei Lineage. Dort hat man offenbar die Stamm-Spieler verprellt, die viel Geld ausgeben, weil man in ein Update nun die “weniger zahlenden Spieler” begünstigt hat (via pulsenews)außerdem gibt es mit “Odin: Valhalla Rising” starke Konkurrenz im Mobile-Sektorzudem ist der Gaming-Markt nach dem Abflauen der Corona-Krise nicht mehr so stark wie 2020. Das musste auch Nexon merken, die eine ähnliche Krise durchmachen

Mann verliert an einem Tag 2,2 Milliarden $ wegen Bitcoin und MMORPG-Skandal

Chef von NCSoft sagt: Firma ist in einer Krise

Das ist die neue Entwicklung: In einem Brief hat der CEO von NCSoft, Kim Toek-Jin, sich jetzt an seine Angestellten gewandt. Es heißt:

„Die Reaktion von außen gegenüber NCSoft ist sehr kalt und die Kritik prasselt weiterhin auf uns ein.

In mancher Art sind wir als Firma in einer Krise – das kann ich sehen und hören.“

Der CEO sagt, er übernimmt die Verantwortung für die Situation und ist bereit dazu, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen. Man lädt alle Mitarbeiter dazu ein, ihre Gefühle zur Situation auszudrücken und auch ihre Ideen zu äußern, wie man das Problem wieder bewältigen kann.

Das steckt dahinter: Vor etwa 5 Jahren steuerte NCSoft zielsicher auf eine Krise zu. DIe eigenen PC-MMORPGs wie Aion, Lineage 1 und 2 und Blade & Soul kamen langsam in die Jahre und es mussten neue Geldquellen her.

Mit “Lineage M”, einer Mobile-Version von Lineage 1, sanierte sich NCSOft 2017 über Nacht. Innerhalb kurzer Zeit brachte das eine neue Mobile-Spiel NCSoft mehr Umsatz als alle PC-TItel zusammen.

Die Mobile-Einnahmen waren ab dem 2. Quartal 2017 riesig.ärt.

Schnell kündigte man an, weitere Mobile-Titel zu bringen – auch ein Blade & Soul 2, als Mobile-Spiel, war rasch im Gespräch. Das war jetzt nach langer Zeit fertig und sah zu Beginn auch wie ein sicherer Hit aus. Doch offenbar hat man den Bogen bei der Monetarisierung weit überspannt.

Zwar sind asiatische Spieler, gerade auf Mobile, bekannt dafür, Mikrotransaktionen offen gegenüber zu stehen – aber alles machen die dann offenbar auch nicht mit.

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