Größter MMORPG-Streamer meckert über Echtgeld-Shops: „Ihr bezahlt dafür, dass sie das Spiel absichtlich schlecht machen“

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author image by | Gaming | 0 Comments | 19 Mai 2021

Der Twitch-Streamer Asmongold ist bekannt für seine Livestreams zu World of Warcraft, doch auch mit vielen anderen MMORPGs hat er Erfahrung. Zuletzt äußerte er sich negativ über den geplanten Shop in New World. Er stört sich an den Komfort-Items, die in seinen Augen nur nötig sind, weil die Entwickler ihr Spiel absichtlich schlechter machen.

Was ist mit dem Shop in New World? Auslöser der aktuellen Diskussion war ein Leak zum Shop in New World. Dort hieß es, dass Boosts für Erfahrungspunkte und das Crafting geplant seien, die dann für Echtgeld gekauft werden können.

Einige sehen darin bereits eine Form von Pay2Win. Andere bezeichnen die Booster als Pay2Convenience. Man bezahlt also, um es leichter im Spiel zu haben, aber dadurch langfristig nicht stärker zu werden als Spieler, die kein Geld ausgeben.

Auch der Twitch-Streamer Asmongold sieht in den Boostern Pay2Convenience, was er weniger schlimm findet, als Pay2Win. Trotzdem stört er sich stark daran. Denn seiner Meinung nach machen die Entwickler Dinge im Spiel absichtlich schlechter, damit die Spieler Geld im Shop lassen. Und das gelte nicht nur für New World.

Wie groß ist Asmongold auf Twitch? Mit über 4,5 Millionen geschauten Stunden gehört Asmongold auf Twitch zu den 30 meistgesehenen Streamern in den letzten 30 Tagen auf Twitch (via Sullygnome). Vor ihm liegen vor allem große Kanäle wie Riot Games, Rocket League oder ESL-CS:GO, sowie einige Variety-Streamer wie xQc oder summit1g. Keiner davon beschäftigt sich aber so intensiv mit MMORPGs, wie Asmongold.

Level-Erfahrung verbessern, statt sie zu überspringen

In einem ausführlichen Text an seine Follower (via TwitLonger) erklärt der Twitch-Streamer, woran er sich bei vielen MMORPGs stört. Dabei geht es vor allem um den Shop, aber auch allgemeine Design-Philosophien.

Was sagt er über Shops? Von Echtgeld-Shops ist Asmongold grundsätzlich nicht begeistert, allerdings gebe es Inhalte, die weniger schlimm seien als andere. So stehen Kosmetika auf der Liste ganz oben, Items für die Bequemlichkeit in der Mitte und Pay2Win ganz unten.

Allerdings ist der Twitch-Streamer auch von Pay2Convenience-Inhalten wenig begeistert. Die sollen eigentlich nur nötig sein, weil die Entwickler ihr MMORPG absichtlich schlechter machen:

Um es einfach auszudrücken: “Pay2Convenience” schafft einen Anreiz, das Spiel unbequem zu machen. Es schafft ein Paradigma, das die Entwickler dazu ermutigt, Probleme im Spiel zu schaffen, damit sie die Lösungen dafür verkaufen können. […].

Sie machen das Spiel mit Absicht schlechter, um euch zu motivieren, ihnen mehr Geld zu geben. Das gleiche Geld, für das ihr Stunden eures Lebens gearbeitet habt, soll ihnen zusätzlich zu den Kosten für das Spiel gegeben werden, um ein von ihnen geschaffenes Problem zu lösen. All das geschieht unter dem Deckmantel das Spiel für euch, die Konsumenten, “bequemer” zu machen.

Er stört sich sogar daran, dass viele Spieler die Entwickler auch noch für ihr Verhalten verteidigen. Sie sollten lieber neue MMORPGs mit solchen Praktiken boykottieren und ignorieren, anstatt die Unternehmen zu schützen. Denen ginge es nur ums Geld und nicht darum, was für das Spiel und die Spieler am besten wäre.

Woran macht Asmongold die absichtlichen Fehler fest? In Bezug auf Booster erklärt Asmongold konkret, warum diese überhaupt nötig seien. Denn viele MMORPGs würden sich erst im Endgame so richtig entfalten und die Spieler motivieren, statt dies von Anfang an zu tun.

Dass Spieler dies aber gar nicht unbedingt wollen, zeige auch der Erfolg von WoW Classic:

Wenn es ein Problem ist, dass das Leveln so lange dauert, dass es mit einer Mikrotransaktion umgangen werden muss, warum macht man dann nicht das Leveln kürzer oder lustiger? […].

Ich habe die Nase voll von MMOs, die auf der Maximalstufe erst beginnen und der Erfolg von Classic WoW zeigt, dass ich nicht alleine bin.

Bei New World ist er besonders enttäuscht über die Praktik, weil es noch nicht mal erschienen ist und es keinen Grund gäbe, direkt mit einem Booster zu starten:

Wenn sie einige dieser Features in der Zukunft hinzufügen wollen, etwa wenn eine Erweiterung bevorsteht, ist das wahrscheinlich in Ordnung für mich. Aber sie sollten nicht irgendwo in der NÄHE der Veröffentlichung oder innerhalb von 6 Monaten nach der Veröffentlichung sein.

Asmongold stört sich übrigens nicht nur an New World und neuen MMORPGs, sondern auch an Entscheidungen rund um WoW:

Größter WoW-Streamer erklärt: „Blizzard behebt Probleme, die Spieler gar nicht haben“

Auch Kosmetika im Shop haben negativen Einfluss auf das Spiel

Was sagt der Streamer zu kosmetischen Inhalten? Auch von kosmetischen Inhalten hält Asmongold nicht viel. Er erinnert sich gerne an Zeiten zurück, in denen Spieler coole Skins oder Reittiere gesehen haben und diese unbedingt selbst erfarmen wollten. Das habe sie zum Zocken motiviert.

Jetzt würden die coolsten Skins oftmals im Shop landen und Spieler kaufen sie trotzdem. Das erklärt der Streamer mit einem Beispiel aus der echten Welt:

Jeder will einen Lamborghini, nicht damit er 200 Meilen pro Stunde fahren kann, sondern damit er ihn vor einem Restaurant parken und anderen Leuten zeigen kann, dass er ihn sich leisten kann. Es ist eine Art echtes kosmetisches Reittier und die Leute arbeiten ihr ganzes Leben dafür. […].

Fast jeder Mensch auf der Welt sucht nach etwas, das Status signalisiert, und es ist naiv anzunehmen, dass sich das in dem Moment, in dem man ein Videospiel spielt, einfach abstellt. Tatsächlich denke ich, dass es dort sogar noch mächtiger ist.

Er wünscht sich die Zeiten zurück, in denen man sich die coolsten Items noch erspielt und nicht für Echtgeld gekauft hat. Zwar sieht er ein, dass kosmetische Inhalte nicht für jeden eine wichtige Rolle spielen, doch für ihn sind besondere Skins eine Motivation, die durch den Shop verloren geht.

Asmongold möchte New World spielen, wenn es gut umgesetzt wird

Wie steht Asmongold zu New World? Bereits bei dem Anspiel-Event im August 2020 hat Asmgold New World gestreamt. Der brachte es zusammen mit Streamern wie Sodapoppin sogar auf Platz 1 bei Twitch. Doch aktuell sieht er das Spiel kritisch.

Zum Abschluss seines Posts schreibt er:

Wenn ihr ein Spiel herausbringt, das bei der Veröffentlichung absichtlich so designt wurde, dass es mit minimalem Aufwand viel Gewinn einfährt, werde ich es nicht spielen. Ich warte seit Jahren auf ein Spiel, das es wieder wert ist, mein Leben damit zu verschwenden, und genau deshalb sage ich das. Ich werde den Überbleibseln unserer vernachlässigten Community nicht den Bärendienst erweisen, Hundescheiße zu spielen und zu fördern.

Macht das Spiel gut und die Neckbeards [eine etwas abwertende Bezeichnung für ungepflegte Menschen mit Bart, die wenig Sozialkompetenzen haben; hier jedoch ironisch eingesetzt] werden zurückkehren.

Wie seht ihr die Entwicklung der MMORPGs und ihrer Shops? Habt ihr das Gefühl, dass Inhalte absichtlich schlechter gemacht werden, um so mehr Geld zu verdienen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Zum Shop von New World hat sich auch Steven Sharif, der Chef vom MMORPG-Konkurrenten Ashes of Creation, geäußert. Dabei ist er jedoch etwas zu weit gegangen: Direktor von Ashes of Creation verspottet New World, rudert jetzt zurück.

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