Heute starb ein MMORPG auf Steam – Viele geben deutscher Firma eine Mitschuld

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author image by | Gaming | 0 Comments | 26 Okt 2021

Heute, am 26. Oktober, wurden die Server von Kingdom Under Fire 2 abgeschaltet. Das Spiel bot eine interessante Mischung aus RTS- und MMORPG-Inhalten. Es wurde vor dem Release sehnsüchtig erwartet, doch enttäuschte. Viele Spieler geben dem deutschen Publisher Gameforge eine Mitschuld.

Kingdom Under Fire 2 ist tot. Sowohl auf Steam als auch im Gameforge-Client wurden die Server des Spiels um 10:00 Uhr deutscher Zeit abgeschaltet. Nun gibt es keine Chance mehr, das MMO von Blueside im Westen zu spielen.

Warum wurde es abgeschaltet? Einen offiziellen Grund nannte der Publisher Gameforge nicht. Allerdings dürfte die geringe Spielerzahl ein großes Problem gewesen sein:

Auf Steam waren im September im Durchschnitt nur 14 Spieler gleichzeitig online. Im Peak waren es gerade mal 37 gleichzeitig (via Steamcharts).Wie viele Spieler der Gameforge-Client hatte ist zwar unbekannt, doch die Zahl dürfte nach den Erfahrungen, die wir selbst Anfang 2020 in dem Spiel gemacht haben, nicht viel größer gewesen sein.

Dabei kam Kingdom Under Fire zum Release sogar recht gut an. Die Reviews waren zu 77 % positiv und gelobt wurde der Mix aus Rundenstrategie und MMORPG. Zudem war das Spiel nicht Pay2Win und im Endgame gab es einige knackige Herausforderungen.

Auch wir von MeinMMO wurden bei einem ersten Anspiel-Event positiv von dem Spiel überrascht:

Kingdom Under Fire 2: Wir konnten das letzte neue PC-MMORPG von 2019 anspielen

Doch schon kurz nach dem Release bemängelten die Spieler fehlenden Content-Nachschub und zu langsame Fixes von Bugs. Zudem erschien KUF2 erst 7 Jahre nach seinem Release in Korea bei uns im Westen.

Einige Spieler geben deshalb dem Publisher Gameforge eine Mitschuld am Tod des Spiels.

“Gratulation an Gameforge, dass ihr dieses Spiel vermasselt habt”

Was sagen die Spieler? Auf Steam haben sich einige Spieler negativ zu der Einstellung von Kingdom Under Fire und zu Gameforge geäußert:

Der Nutzer Cakewalk schreibt: “Gratulation an Gameforge, dass ihr dieses Spiel vermasselt habt. Ihr habt dafür bezahlt, es in EU/US zu veröffentlichen und habt es geschafft, die Spielerschaft 3 Wochen nach dem Launch zu vergraulen.”Grieves Amori sieht den Fehler ebenfalls bei Gameforge: “Ich wusste es nach ein paar Monaten, da ihr nie neuen Content dafür veröffentlicht habt. Natürlich würden die Leute das Interesse verlieren, wenn sich nichts verändert.”Auch Jor ist mit der westlichen Version unzufrieden: “Sie haben den Start des Spiels vermasselt und jetzt kann es niemand mehr zocken. Die Leute haben so lange gewartet und jetzt wird es 2 Jahre nach Release geschlossen. Das ist ein Witz. Scheiß auf Gameforge”.

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Hat Gameforge wirklich schuld am Untergang von KUF2? Das ist schwer zu sagen, denn tatsächlich gab es keine großen Content-Updates für das MMO, nachdem es released wurde. Einzig einige neue Dungeons und ein neuer PvP-Inhalt kamen direkt nach dem Release. Danach war es komplett still in Bezug auf die Weiterentwicklung.

Kingdom Under Fire 2 war zudem Buy2Play, was eine Hürde für neue Spieler darstellt.

Allerdings ist das Spiel auch in anderen Regionen gescheitert, mit denen Gameforge nichts zu tun hatte:

2014 erschien Kingdom Under Fire in Malaysia und wurde dort von MMOGAsia vertrieben. Die wiederum stellten das Spiel bereits im April 2017 wieder ein.Die Entwickler kündigten 2013 eine Version für die PS4 an, die nie veröffentlicht wurde. Sie steht sogar noch immer auf der koreanischen Webseite von Blueside als “bald verfügbar”.In Russland gab es im Frühling 2017 eine Beta, doch ein Release des vollständigen Spiels hat danach nie stattgefunden.Auch in China gab es mal eine Beta. Allerdings lässt sich nichts über eine fertige Release-Version für diese Region herausfinden.

Wie es der koreanischen Version geht – und ob es überhaupt noch eine gibt – ist nicht ganz klar. In den Top 50 der Spiele-Charts ist sie in jedem Fall nicht zu finden und auch die offizielle Webseite vom Entwickler Blueside bietet keine Download-Option an.

Das ist besonders bitter, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung über 78 Millionen Dollar verschlungen hat, was es zwischenzeitlich zum teuersten MMORPG aus Korea machte.

Worauf hoffen die Spieler? Viele Fans von Kingdom Under Fire 2 hoffen darauf, dass aus dem MMO nochmal eine Singleplayer-Version wird oder dass in der Zukunft KUF3 als Singleplayer veröffentlicht wird. Denn das grundsätzliche Gameplay mit den RTS-Elementen kam bei ihnen sehr gut an.

Habt ihr selbst Kingdom Under Fire 2 gespielt? Und behaltet ihr es eher gut oder schlecht in Erinnerung? Schreibt es gerne in die Kommentare.

KUF2 war nicht das erste MMO, das in diesem Jahr gestorben ist. Das erste Spiel segnete sogar schon im Januar das Zeitliche:

Das erste MMO ist 2021 gestorben – So scheiterte Life is Feudal: MMO

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