Ja, Twitch-Streamer haben bestimmte Vorteile in MMOs und nein, das ist kein Problem

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author image by | Gaming | 0 Comments | 06 Sep 2021

Immer wieder beschweren sich Gamer darüber, dass Streamer auf Twitch irgendwelche Vorteile hätten. Oft sind das übertriebene Beispiele, aber ganz Unrecht haben sie nicht. Doch eigentlich macht das gar nichts. Im Gegenteil: Es ist sogar gut, wenn Streamer sich nicht alles selbst erarbeiten müssen, meint MeinMMO-Autor Benedict Grothaus.

„Das kann er auch nur machen, weil er Streamer ist.“ So oder so ähnlich tönt es regelmäßig in den Chats großer Streamer, in Foren oder auf reddit und sogar in den Kommentaren hier auf MeinMMO.

Welche Vorteile haben Streamer denn? Streamer dürfen früher Spiele zocken, Streamer bekommen vorgefertigte Charaktere von den Devs, Streamer bekommen ihre eigenen Server und jeder hilft den Streamern, wo es nur geht. Und dafür bekommen sie auch noch Kohle.

Die Vorwürfe sind mannigfaltig und das ein oder andere Mal wächst der Streit so weit an, dass eine wahre „wir gegen die“-Mentalität entsteht. Und fairerweise muss ich sagen: Ja, Streamer haben den ein oder anderen Vorteil.

Im MMORPG Final Fantasy XIV kam es erst kürzlich zu einem Aufschrei, der genau das ankreidete. Der Streamer Rich Campbell schaffte einen Raid des Spiels nach einer Woche Progress, indem ihm eine Gruppe gestandener Veteranen half:

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Er wurde „gecarried“, wie es im Jargon heißt – hat sich also darauf verlassen, dass andere seine vermeintliche Unfähigkeit ausgleichen und ihn schon durchziehen. Ähnliche Vorwürfe gibt es immer wieder gegen Asmongold (Titelbild), einen der größten Streamer auf Twitch überhaupt. Ob und wie sehr das zutrifft, sei einmal dahingestellt. In jedem Fall ist es absolut okay, dass so etwas vorkommt.

Zeig mir das Spiel und nicht, wie du versagst

Darum sind „Streamer-Boni“ in Ordnung: Wenn sich Streamer durch bestimmte Inhalte ziehen lassen, habe ich auch als Zuschauer etwas davon. Schließlich sehe ich, was ein Spiel zu bieten hat, das ich selbst möglicherweise nie beenden werde.

Dabei will ich natürlich nicht sehen, wie mein Held wieder und wieder scheitert. Ich will nicht dabei zusehen, wie jemand irgendwo steckenbleibt, sondern wissen, wie es gelöst wird und weitergeht. Sicher, ab und an genießen wir es alle, Leuten beim Scheitern zuzusehen. Aber wenn sich das ständig wiederholt – wie bei FFXIV über Tage oder Wochen hinweg – dann wird es öde.

Streamer sind Entertainer und als solche müssen sie keine Profis sein. Sie sollen mich unterhalten und mir dabei einen Einblick in das geben, was sie machen. Wenn sie selbst dann nicht die Fähigkeiten mitbringen, es selbst zu schaffen, dann bitte: sollen sie eine fähige Truppe organisieren, die ihnen hilft. Hauptsache, ich kann meinem Lieblings-Streamer dabei zusehen.

Dann sollen sie eben besser werden! Wozu? Es ist nicht der Auftrag eines Streamers, der Beste in seinem Spiel zu sein. Wenn ich solches Top-Gameplay sehen will, schaue ich den Profis zu, die meist ebenfalls streamen oder auf YouTube unterwegs sind.

Wenn mir die Art oder der Inhalt eines Streamers nicht passen, schaue ich etwas anderes. Wenn alle das so machen, ist er gezwungen, seine Inhalte zu ändern – oder er verschwindet, weil sich Streamen nicht mehr rentiert. So funktioniert Twitch schon seit Ewigkeiten.

Die 2 Arten von Streamern: Schaut man ein wenig genauer auf die Streams auf Twitch, entdeckt man zwei Konzepte, die erfolgreich sind: Entertainer und Profis. Profis zeigen ihr Spiel auf höchstem Niveau.

Entertainer füllen ihren Stream mit Interaktion und arbeiten Spiele und ihre Emotionen auf, um sie zu vermitteln. In beiden Fällen geht es darum, zu sehen, was das entsprechende Spiel (oder die entsprechende Kategorie) eigentlich zu bieten hat.

„Hat buchstäblich keinen Einfluss auf euch“

Der bekannte Content Creator Frosty begleitet häufig „World First“-Races in Final Fantasy und ist stark in der Community dort verwurzelt. Er hat sich speziell zu der Diskussion um Campbell ebenfalls gemeldet.

In einem Tweet meint er: „Über Erfolge von anderen zu heulen, die buchstäblich keinen Einfluss auf eich haben, lässt euch aussehen wie verzogene Blagen. Nur mal so.“ (via Twitter.com) Und ja, welchen Vorteil hättet ihr davon, wenn Streamer wieder und wieder scheitern?

Ich persönlich hätte irgendwann keine Lust mehr auf ein Spiel, wenn ich keinen Fortschritt sehe. Noch weniger, wenn Leute ständig auf mir herumhacken deswegen.

Seid nicht neidisch, genießt den Content

Die Wut auf solche „Vorteile“ der Streamer ist häufig aus Neid oder Unverständnis für den Job geboren, soweit ich das beobachtet habe. Es wird sich etwa darüber aufgeregt, dass Streamer angeblich nur fürs Zocken bezahlt werden und eigentlich gar keine Arbeit leisten.

Diese Einstellung ist jedoch … seltsam. Was genau ist denn gut daran, wenn jemand vor mir ein Spiel zocken kann, das vielleicht noch gar nicht fertig ist, oder sich von anderen helfen lässt?

Nur, weil jemand anders früher spielt, leidet mein Spielspaß ja nicht darunter. Mehr sogar: wenn dieser Jemand seine Meinung abgibt und ich ihr vertraue, kann ich viel besser einschätzen, ob ich selbst Geld für ein Spiel ausgeben will.

Das gleiche gilt für Hilfe aus der Community oder von Profis. Jeder hat die Möglichkeit, auf reddit oder in Discords nach Hilfe zu fragen und es gibt genug hilfsbereite Spieler in fast allen Games. Aber nicht jeder will das, denn das Gefühl der Belohnung und des „Das habe ich selbst geschafft“ geht dabei verloren.

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Viele Spiele werden mittlerweile sogar mit oder für Twitch entwickelt. Streamer werden für Werbung und Infos wichtiger.

Einige dieser Vorteile haben wir Journalisten genauso. Publisher versorgen uns mit Preview-Keys oder laden uns zu Events ein, in denen sie uns durchs Spiel schleifen. Wir verarbeiten diese Infos und arbeiten sie für euch auf.

Ähnlich wirken auch Streamer, nur dass diese vor allem einen persönlichen Ansatz verfolgen. Ihre Stärke ist es, durch Persönlichkeit zu punkten und einer Meinung, auf die Fans vertrauen oder mit der sie arbeiten wollen. In beiden Fällen ist jedoch wichtig, ein Spiel gründlich zu beleuchten.

Einige Streamer nutzen den Hass auf sich selbst sogar recht clever als Publicity:

Die beliebteste Streamerin auf Twitch ist auch die meistgehasste: Das ist ihr Plan

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