Magic: Legends hatte viele Zutaten, um der nächste MMO-Hit zu werden, doch eine fehlte – Nun ist es tot

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author image by | Gaming | 0 Comments | 06 Jul 2021

Das neue MMO Magic: Legends war mit viel Hype und den besten Zutaten für einen MMO-Hit gestartet, doch konnte sich nicht durchsetzen. Noch schlimmer: Das Action-MMO geriet rasch in Vergessenheit. Woran das liegt, erklärt unser Autor Schuhmann.

Das war die Entwicklungs-Geschichte von Magic Legends: Das frische Game „Magic: Legends“ wurde das erste Mal 2017 erwähnt, damals noch als „neues MMORPG, das im riesigen Universum von Magic: The Gathering spielen würde“.

So richtig offiziell stellte Cryptic Studios das Spiel dann Ende 2019 vor. Noch immer hieß es: Magic: Legends wird ein „richtiges neues MMORPG“. Die Vorfreude auf ein neues westliches Online-Rollenspiel von einem namhaften Studio, das in einer großen, etablierten Fantasy-Welt spielte, war damals groß.

Doch wenig später war dann klar: Die Entwicklung von Magic: Legends hatte eine Wende hin zum Action-MMORPG genommen. Das, was man nun zu sehen bekam, erinnerte Spieler eher an ein „Mobile Game“ oder ein „Diablo“-Like als an ein klassisches MMORPG. Die Entwickler sagten: Die klassische MMORPG-Perspektive passe nicht zu Magic, sonst würde man ständig einem beschworenen Eismonster auf den Hintern starren.

Warum das versprochene neue Magic-MMORPG nun doch kein MMORPG wird

Im März 2021 startete eine Beta zu Magic, die schon kaum wen interessierte. Schlimmer noch: Die wenigen, die reinschauten, attestierten dem Spiel zwar „Potential“, aber auch eine sich anbahnende „Pay2Win“-Problematik.

Nur wenige Monate später, im Juni 2021 teilten die Entwickler mit: Das Projekt werde eingestellt.

Das Besondere: Zwischen dem Start der Beta und dem Ende des Spiels schienen die meisten Spieler schon vergessen zu haben, dass es „Magic: Legends“ überhaupt gab. Das Spiel entwickelte keinerlei Zugkraft und keine Bindung. Es konnte sich nicht in den Köpfen der MMO-Spieler verankern.

Wie schlecht sich das Interesse an Magic: Legends entwickelte, sieht man am Barometer “Google Trends”: Das Spiel ist weltweit nur für einen winzigen Zeitpunkt interessant: Zur Ankündigung der Beta im März 2021. Doch das weltweite Suchinteresse fällt innerhalb von 3 Wochen wieder auf “fast tot” ab.

Magic: Legends kann das kurze Aufflammen des Interesses nicht halten: Schon 3 Wochen nach der Vorstellung der Beta ist es so, als hätten 95 % der Leute vergessen, dass es das Spiel überhaupt gibt.

Erst, als das Spiel tot und begraben ist, suchen Leute wieder danach.

Das Interesse an Magic: Legends laut Google Trends.

Neues MMO Magic: Legends scheitert trotz 3 starker Start-Bedingungen

Diese guten Zutaten zum MMO-Hit hatte das Spiel: Das Game hatte eigentlich die wichtigsten Zutaten für einen Hit zusammen:

Ein erfahrenes Studio – die Cryptic Studios haben mit Neverwinter und Star Trek Online schon bewiesen, dass sie „große Lizenzen“ über Jahre zu erfolgreichen MMOs entwickeln könnenEine perfekte Lizenz – „Magic: The Gathering“ ist eine der populärsten Spielewelten in der Fantasy überhaupt. Das „Grundinteresse“ an so einer Marke ist großEinen starken Publisher – Perfect World ist im Online-Gaming fest verankert und international erfolgreich

Die Key-Art als “Ankerpunkt” für MMO-Spieler

Was hat dem Spiel gefehlt? Bei der Diskussion nach dem Ende von Magic: Legends fiel auf, dass viele entweder noch gar nicht vom Spiel gehört hatten oder dass sie schon vergessen hat, dass Magic Legends existiert.

Sicher kann man jetzt anführen, dass dem Spiel klare „Das macht mich einzigartig“-Elemente gefehlt haben, dass man zig Spiele im „ISO-Diablo“-Look kennt und dass das Game offenbar zu stark an „Mobile-Games“ erinnerte, aber die Probleme bei Magic: Legends fangen sogar noch früher an.

Dem Spiel hat eine klare Key-Art gefehlt: Ein Bild, das sich in den Köpfen der Spieler sofort verankert und klar macht: „Das ist das Spiel mit diesem einen Ding.“

Eine Key-Art ist meistens auch “Concept Art”, die schon früh in der Entwicklungs-Phase eines Spiels entsteht: Es soll das Gameplay eines Spiels veranschaulichen und die “Seele” des Spiels einfangen. Die Key-Art dient dazu, den Entwicklern zu zeigen, welche Vision das Spiel verfolgt, und wird benutzt, um ein Spiel nach außen hin zu bewerben.

Wenn man sich die erfolgreichen MMOs und auch die erfolglosen MMOs der letzten Jahre anschaut, über die aber zumindest gesprochen wurde, fällt auf, dass diese Games typische „Bilder“ und eine Ästhetik haben, die man sofort mit dem jeweiligen Spiel verbindet. Auch wenn diese Bilder von Spieler zu Spieler verschieden sein können.

Auch 7 Jahre danach weiß bei diesem Bild jeder MMO-Fan: Das ist WildStar.

Meine Bilder zu den einzelnen Games sind folgende:

In Destiny 2 ist es der Look der Hüter und der ReisendeIn WoW sind es etwa die Orcs mit ihren riesigen SchulterpanzerBei WildStar hat sich das Bild des Chuas festgesetztBei Guild Wars 2 denke ich immer an die Tierwesen, die Charr

Selbst ein eher erfolgloses Spiel wie Anthem bleibt im Gedächtnis der Spieler hängen: Kaum wer kann die fliegenden Anzüge von Anthem vergessen, die mit ihren verschiedenen Formen schon ein abwechslungsreiches und Gameplay voller Action, Verfolgungsjagden in der Luft und pure Gewalt versprechen.

Wer diese Key-Art von Anthem sieht, bekommt sofort Lust, in einen der Anzüge zu steigen und loszufliegen:

Die “Key-Art” von Anthem haben Spieler sicher hunderte Male gesehen.

Bei Magic: Legends fehlt so ein klares Bild. Hier konnte Cryptic Studios nie eine klare „Key-Art“ etablieren, die sich bei den Spielern festsetzte.

Wenn wir auf MeinMMO nach Bildern suchten, um Magic: Legends zu präsentieren, fanden wir immer wieder das Bild einer Frau, die entschlossen dreinschaut und einen Zauber spinnt: An sich ein wirkungsvolles Bild sicher, aber dieses Bild könnte auch für zig andere MMOs stehen. Niemand verbindet es wirklich mit Magic: Legends.

Es ist austauschbar und hat keinen “Anker-Effekt”.

Das Fehlen eines solchen Ankers führte dazu, dass sich nur 3 Wochen nach Beta-Start nur noch wenige daran erinnern konnten, dass es das Spiel überhaupt gab. So entstand kein Hype und Cryptic Studios gab das Projekt rasch auf.

Ohne Key-Art, ohne Anker, verblassen Spiele schnell im Gedächtnis.

Verrbindest dieses Bild wirklich wer zwingend mit Magic: Legends?

Ein ähnliches Problem hatte vor Jahren der Shooter „Battleborn“: Der Shooter hatte zwar zahllose seltsame und schräge Helden, konnte aber nie diese „eine Key-Art“ finden, die sich bei Spielern verankerte. Daher verwechselten die Spieler damals Battleborn ständig mit Overwatch oder Lawbreakers. Das war ein sicheres Zeichen für den nahenden Untergang.

Und tatsächlich war auch Battleborn ein Spiel, das trotz herausragender Zutaten, viel zu früh eingestellt wurde. Vielleicht sind schon einige MMOs mit großem Potential auf der Strecke geblieben, weil es ihnen nicht gelang, dieses eine Bild zu finden, das sich in die Köpfe der Spieler einbrannte.

Immer wieder sterben MMOs früh. Aber dass sie wie Magic: Legends noch in der Beta eingestellt werden, ist doch eine Seltenheit:

Diese 7 MMORPGs waren am schnellsten tot

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