Mass Effect: Legendary Edition – Unser Ersteindruck vom großen Remaster

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author image by | Gaming | 0 Comments | 13 Mai 2021

Cortyn von MeinMMO konnte bereits in „Mass Effect: Legendary Edition“ hineinschnuppern. Aber taugt das Remake was? Oder ist es eine leere Hülle?

Die Legendary-Edition von Mass Effect ist kurz vor der Veröffentlichung. Ab morgen, dem 14. Mai, gibt es das Remaster in Form eines Bundles zu kaufen, das die gesamte Original-Trilogie vereint und mit allen Story-DLCs und vielen wichtigen Neuerungen daherkommt. Ich hatte das Glück, schon vorab in das Remaster der PC-Version reinzuschnuppern zu dürfen und mir einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Ob das ein Vergnügen war oder ich wünschte, die Reaper hätten diese Version verschlungen, erfahrt ihr hier.

Erstaunlich gute Grafik – außer, sie ist es nicht

Ehrlich gesagt, hatte ich vor dem Starten ein wenig Angst. Manch ein anderes Spiel hat mir durch ein Remaster gehörig die Freude versaut und Mass Effect wollte ich mir durch so ein Desaster nicht ruinieren. Immerhin sah Mass Effect 1 in meinen Erinnerungen viel hübscher aus, als es wirklich war und das Remaster drohte, das nun schamlos zu offenbaren.

Doch das war nicht der Fall. Die Entwickler haben nicht zu viel versprochen, als sie angekündigt haben, dass an Teil 1 eine Menge Änderungen vorgenommen wurden, um das Spiel optisch an die späteren Teile anzupassen. Vor allem der Protagonist Shepard, der in weiblicher Version endlich in allen drei Spielen einheitlich aussieht, stach hier positiv hervor. Aber auch die meisten wichtigen wichtigen NPCs sehen richtig schick aus. Außer Kaidan Alenko, der noch immer aussieht, als hätte man ihm ein paar Mal zu oft ein Holzbrett vor den Kopf gehauen und dann eine Haargel-Tube auf den Kopf geschüttet. Aber der wird ohnehin „ge-virmiret“. Veteranen wissen, was ich meine.

Die Turianer sehen – mal wieder – ziemlich gut aus. War das schon früher so?

Der Look mit hochauflösenden Texturen sieht bei den meisten Hauptcharakteren richtig gut aus. So gut, dass ich mir bei einigen Turianern sogar dachte, dass man da doch bestimmt einfach die Texturen und Modelle aus Teil 3 importiert hat – ob das stimmt, weiß ich nicht.

Licht-Reflexionen auf Haar und Kleidung, das leichte Funkeln in den Augen, all das wirkt mehr als solide und deutlich besser, als ich es in Erinnerung hatte.

Allerdings kommt die neue Grafik nicht an jeder Stelle gut rüber. Schon in den ersten Minuten auf der Normandy sieht man die schwankende Qualität in der Darstellung der Charaktere. Mass Effect hatte damals noch eine recht hölzerne Mimik für viele Gesichter und das hat sich auch beim Remaster, zumindest bei den unwichtigeren NPCs, leider nicht geändert.

Umso ärger fällt dabei ins Gewicht, wenn neue Texturen und alte Modelle nicht harmonieren. Gerade bei weniger wichtigen Charakteren entsteht eine deutliche Diskrepanz. Wenn die Kleidung einer Ärztin hochauflösende Texturen hat, sodass man einzelne Fasern erkennen kann, während das Gesicht sich mit seinen Texturen beim Sprechen verzerrt, als wäre der Kopf aus Wackelpudding oder würde wie von einem Staubsauger in den Mund gezogen werden, dann ist das sonderbar.

Besonders dieser Kollege verzieht sein Gesicht manchmal so, als hätte er einen Staubsauger im Hals stecken.

Zugegeben, das ist mir bisher nur bei zwei Charakteren so stark aufgefallen, dass es ein bisschen verstörend wirkte – und beide Charaktere sind Randfiguren, die nicht besonders wichtig sind.

Das gleiche gilt für Details auf den Planeten. Schon beim ersten Einsatz habe ich mir die Umgebungen genauer angeschaut. Vermutlich deutlich mehr, als ich das beim normalen Durchspielen des Spiels vor über einem Jahrzehnt getan habe. Selbst beim Heran-Zoomen mit dem Scharfschützengewehr sehen die meisten Texturen durchaus solide aus. So gut, dass es zur Spielwelt passt und eine klare Bereicherung darstellt.

Lediglich Inneneinrichtungen sehen nach wie vor ein bisschen karg und steril aus, sodass man sich beim Betreten von Forschungseinrichtungen gelegentlich wünscht, gleich wieder gehen zu können. Aber das ist wohl kaum der Überarbeitung der Grafik geschuldet, sondern einfach auch dem Design, das diese Orte schon immer hatten. Passt ja auch gut zu dieser Science-Fiction-Welt.

Unsere Kollegen von der GameStar haben die Legendary-Edition übrigens auch einem Test unterzogen. Den Test könnt ihr auf GameStar Plus lesen. GameStar Plus ist der bezahlpflichtige Premium-Teil der GameStar.

Sinnvolle Neuerungen, aber auch unnötige Spielereien

Veteranen werden einige Neuerungen entdecken. So kann man beim ersten Teil der Saga auswählen, was für einen Level-Modus man gerne spielen möchte. Im klassischen Modus gibt es ein Stufensystem von 1-60. Genau so, wie es damals auch war. Der legendäre Modus ist die neue Alternative, bei der es nur insgesamt 30 Stufen gibt. Das ändert nichts an der Verfügbarkeit der Talentpunkte oder dem tatsächlichen Zugewinn an Stärke, sondern ist einfach ein wenig zusammengestaucht. Level-Ups sind zwar seltener, dafür aber mit mehr Belohnungen versehen.

Die Wahl zwischen “legendärem” und “klassischem” Modus – keine große Auswirkung, aber ein bisschen eingängiger.

Andere sinnvolle Neuerungen sind subtiler und fallen erst auf, wenn man darüber nachdenkt. Die Fahrstuhl-Reisen auf der Citadel etwa. Die dauerten damals gefühlt eine halbe Stunde. Tatsächlich waren es aber wohl gut und gerne 30 Sekunden, doch auch die waren noch viel zu lang. Das geht jetzt deutlich flotter, offenbar hat da mal jemand die Ölkanne ausgepackt. Das hilft dem Spielfluss ungemein.

Ebenfalls neu ist ein Foto-Modus. Ich persönlich kann mit solch einem Feature wenig anfangen, da es mich nur dazu verleitet, aus dem spannenden Spielfluss ausbrechen zu wollen, um einen Screenshot zu machen. Sicher, für Streamer und andere Content Creator ist das eine feine Sache und hat auch zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Der Spieler, Feinde, andere NPCs – fast alles kann ausgeblendet oder mit Filtern versehen werden. Ein klarer Fall von „Nice to Have“, aber nichts, was meiner Meinung nach eine Bereicherung ist. Zumal Mass Effect 1 auch im Remaster kein Spiel ist, das mit der Grafik der neusten Generation mithalten kann.

Erster Eindruck: Es lohnt sich und macht viel richtig

Für ein abschließendes Fazit zu Mass Effect ist es noch zu früh, immerhin habe ich noch zu wenig vom Remaster gesehen, geschweige denn von Teil 2 oder Teil 3. Mein erster Eindruck ist allerdings ziemlich positiv. Klar gibt es kleine Macken, aber bisher wirkt das Spiel hübscher und runder mit sinnvollen Erweiterungen.

Nur an wenigen Stellen, in denen die neue Grafik knallhart auf die alte trifft, reißt das ein bisschen aus dem Spielfluss. Darüber sieht man aber nach gut einer Stunde schon ganz von alleine weg – denn Mass Effect lebte schon immer von seiner hervorragenden Geschichte und nicht der optischen Schönheit.

Die weibliche Commander Shepard in Teil 1. Endlich einheitlich mit der Optik aus Teil 2 und 3.

Ich werde auf jeden Fall in den kommenden Wochen weiterspielen und euch dann wissen lassen, ob ein Kauf auch für Veteranen lohnenswert ist. Neulinge können, so viel lässt sich schon klar sagen, auf jeden Fall zugreifen, um eine der besten SciFi-Geschichten aller Zeiten zu erleben.

Mein Zwischenfazit ist: Ich habe Bock auf das Spiel. Es ist nicht die rosarote Nostalgie-Brille die mich das schreiben lässt, sondern der Eindruck, dass das Spiel sich mehr dem angeglichen hat, was ich in meiner Erinnerung positiv verklärt habe.

Ein richtig gutes Rollenspiel, das zwar ein wenig in die Jahre gekommen ist, aber vielen modernen Games eine Menge beibringen kann.

Wer den Brückentag und das Wochenende nutzen will, macht bei Mass Effect sicher nichts falsch.

Der Beitrag Mass Effect: Legendary Edition – Unser Ersteindruck vom großen Remaster erschien zuerst auf Mein-MMO.de.

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