Mehr als 1.500 Mitarbeiter stellen sich gegen Blizzard: „Wir werden die Veränderung sein“

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author image by | Gaming | 0 Comments | 27 Jul 2021

Über 1.500 Activision-Blizzard-Mitarbeiter stellen sich gegen die Führung. Sie verlangen in einem Brief Änderung und werden „nicht zum Schweigen gebracht“.

Der Sexismus- und Diskriminierungsskandal bei Activision Blizzard schlägt immer höhere Wellen. Jetzt gab es einen offenen Brief, der sich gegen die Führungsebene des Unternehmens richtet. Mehr als 1.500 Mitarbeiter von Activision Blizzard sprechen sich deutlich gegen das Vorgehen der Chef-Etage aus und verlangen vor allem eines: Konsequenzen.

Was ist das für ein Brief? Das ist ein offener Brief von zahlreichen Mitarbeitern bei Activision Blizzard, der vor allem die Führungsebene des Unternehmens erreichen soll. Waren es zu Beginn „nur“ rund 800 Unterschriften, sind diese in den letzten Stunden auf über 1.500 angestiegen.

Was wird gefordert? Vor allem fordern die unterzeichnenden Mitarbeiter, dass die Führungsebene ein neues Statement veröffentlicht und ihre Ansichten überdenkt. Man befürchtet, dass bei der Sichtweise der Führung Opfer nicht ernst genommen werden und dadurch ein harmonisches Miteinander quasi nicht mehr möglich ist.

Doch es werden auch klare Konsequenzen gefordert. So plädiert man dafür, dass Frances Townsend, die zuvor ein Statement von Blizzard veröffentlicht hat, das viele der Anschuldigungen als „falsch und unangebracht“ darstellte, zurücktreten soll.

Townsend hatte vor einigen Tagen ein offizielles Statement von Blizzard veröffentlicht und darin erklärt, dass man das Gerichtsverfahren und die vorgebrachten Anschuldigungen für ungeheuerlich halte und sie “in vielen Fällen nicht der Wahrheit entsprechen”. Die Behörde arbeite “beschämend und unprofessionell”. In Anbetracht dessen, dass nun zahlreiche aktuelle und frühere Mitarbeiter immer mehr Vorfälle von Diskriminierung und Belästigung vorbringen, kocht die Wut bei vielen über.

Was steht sonst noch im Brief? Der offene Brief ist zwar nicht sehr lang, enthält aber doch eine klare Positionierung der inzwischen über 1.500 Mitarbeiter. Man zeigt sich solidarisch mit den Opfern und will eine Kultur fördern, in der Missbrauch und Diskriminierung keinen Platz hat und Opfer jederzeit hervortreten können, um auf solche Fälle aufmerksam zu machen. Wir haben den Brief für euch übersetzt:

An die Führungsebene von Blizzard

Wir, die Unterzeichner, stimmen darin überein, dass die Statements von Activision Blizzard und ihre Rechtsberatung in Bezug [auf das Gerichtsverfahren] als auch das darauffolgende interne Statement von Frances Townsend abstoßend und beleidigend allem gegenüber sind, vom dem wir dachten, dass wir als Unternehmen stehen. Um es klar und eindeutig zu sagen, unsere Werte als Mitarbeiter spiegeln sich nicht in den Worten und Taten unserer Führung wider.

Wir sind der Ansicht, dass diese Statements unser andauerndes Bemühen nach Gleichbehandlung innerhalb und außerhalb unserer Industrie geschadet haben. Die Anschuldigungen als „verzerrt und in vielen Fällen falsch“ zu kategorisieren erschafft eine Atmosphäre in der Opfern nicht geglaubt wird. Es wirft auch Zweifel auf die Fähigkeit unseres Unternehmens, Missbrauchstäter für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen oder eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Opfer sich offenbaren können. Diese Statements zeigen eindeutig, dass unsere Führung diese Werte nicht an erste Stelle setzt. Sofortige Richtigstellung ist notwendig, und zwar von der höchsten Ebene des Unternehmens.

Unsere Unternehmensführung hat behauptet, dass Taten folgen werden, um uns zu beschützen, aber in Angesicht des gerichtlichen Vorgehens – und die problematischen offiziellen Antworten, die darauf folgten – vertrauen wir unserer Führungsebene nicht mehr, dass sie die Sicherheit ihrer Angestellten über ihre eigenen Interessen stellen. Die Behauptung, dass dies ein „haltloses und unverantwortliches Gerichtsverfahren“ sei, während so viele aktuelle und frühere Mitarbeiter sich melden und über ihre eigenen Erfahrungen mit Missbrauch und Belästigung sprechen, ist einfach inakzeptabel.

Wir verlangen offizielle Statements, die die Ernsthaftigkeit dieser Anschuldigungen wahrnehmen und Mitgefühl für die Opfer von Belästigung und anderen Angriffen zeigen. Wir rufen Frances Townsend dazu auf, zu ihrem Wort zu stehen und als Executive Sponsor des ABK Employee Women’s Network zurückzutreten, als Ergebnis der schadbringenden Natur ihres Statements. Wir fordern unser Führungsteam dazu auf, mit uns an neuen und bedeutsamen Bemühungen zu arbeiten, die sicherstellen, dass Mitarbeiter – und unsere Community – einen sicheren Ort haben, um [offen über Vorfälle sprechen zu können].

Wir stehen gemeinsam mit all unseren Freunden, Kollegen wie auch den Mitgliedern unserer engagierten Community, die Misshandlung und Belästigung in jedweder Form erlebt haben. Wir werden nicht zum Schweigen gebracht, wir werden nicht weichen und wir werden nicht aufgeben, bis das Unternehmen, das wir lieben, wieder ein Arbeitsplatz ist, an dem man sich stolz fühlen kann, Teil davon zu sein. Wir werden die Veränderung sein.

Die entsprechenden Chefs bei Activision Blizzard haben bisher noch keine Erwiderung auf den Brief veröffentlicht.

Was haltet ihr von diesem Statement der Mitarbeiter? Ist das ein gutes, starkes Zeichen?

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