MMO auf Kickstarter verspricht „unendliche Open World“ – Wird zum Riesen-Fiasko

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author image by | Gaming | 0 Comments | 29 Mai 2021

Das ambitionierte MMORPG-Projekt Dreamworld versprach in seiner Kickstarter-Kampagne massig tolle Features, darunter eine Vielzahl von Genres und eine offene Welt ohne Ende. Doch es scheint einiges im Argen zu liegen.

Was ist Dreamworld? Dreamworld soll laut der Beschreibung auf Kickstarter das „letzte Spiel sein, dass du spielen wirst“. Das Projekt vereint laut den Gründern so ziemlich jedes Genre in sich und soll die absolute Freiheit bieten. „Denkt an Minecraft oder Roblox“, heißt es hier.

Dazu soll es noch mehr tolle Features geben:

Multiplayer-Population in der Größenordnung einer echten StadtVoll interaktive Umgebung, in der man alles Mögliche anstellen kannMan soll alles bauen könnenEs sollen sogar 3D-Modelle von überall her übernommen werden können

Alles in allem soll hier also ein gewaltiges Spiel entstehen, das als eine Art Utopia des Gamings alles bisher Dagewesene in sich vereinen soll.

Dazu haben die beiden Gründer Garrison Bellack und Zachary Kaplan 64.706 US-Dollar auf Kickstarter eingenommen. Das sei aber nur eine kleine Summe, um das Projekt zu beginnen. Außerdem habe man Support der Investorenfirma Y Combinator, die schon vielen Start-ups zu einem erfolgreichen Start verholfen habe.

Probleme mit Dreamworld – Vetternwirtschaft, geklaute Assets und unsicherere Server

Was sind die Probleme von Dreamworld? Allerdings sieht es gerade nicht sonderlich gut für das ambitionierte Projekt aus. Diverse MMO-Experten haben sich die Sache angesehen und sind auf zahlreiche Alarmsignale gestoßen, die eher den Eindruck erwecken, dass Dreamworld ein gigantisches Fiasko werden wird.

Durch die Recherchen des Freelancer-Entwicklers Callum Upton und den MMO-Streamern KiraTV und Josh Strife Hayes kamen diverse Vorwürfe ans Licht:

Die Entwickler sind alles andere als ProfisViele Assets sind wohl geklaut oder nicht korrekt belegtVetternwirtschaft beim InvestorSicherheitsprobleme beim Game-Server

Alles in allem wittern die Kritiker hier Betrug und Abzocke.

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Kritiker schreien laut “Betrug!”

Was hat es mit den Vorwürfen auf sich? Diese Vorwürfe wurden von den Experten Upton, Kira und Hayes im Detail erklärt. So fängt schon alles damit an, dass die beiden Gründer Bellack und Kaplan nicht unbedingt bekannte Top-Entwickler sind.

Während Bellack, der wohl für die technische Umsetzung verantwortlich ist, angibt, zumindest bei Google, Facebook und Apple gearbeitet zu haben, erstreckt sich die Game-Design-Erfahrung von Kaplan auf ein paar Flash-Games und etwas „Arbeit in Unity“, einer Engine, auf der vor allem Mobile-Games laufen. Für die Entwicklung eines solchen Monster-Projekts erscheint die Erfahrung der beiden Chefs recht dürftig.

Das steckt hinter dem Vorwurf der Vetternwirtschaft: Dazu kommt eine Anschuldigung, die vom freischaffenden Entwickler und Dreamworld-Skeptiker Callum Upton kommt. Der will herausgefunden haben, dass man dieses Projekt nur deswegen beim Investor Y Combinator durchgewunken habe, weil Entwickler Bellack dort einen sehr guten Freund in hoher Position habe.

Anders sei nicht zu erklären, wie dieses Projekt, das kaum etwas am Demo-Tag vorzuweisen gehabt habe, so schnell Unterstützung bekam. Das, so Upton, soll ein Mitarbeiter bei Y Combinator ihm im Vertrauen verraten haben.

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Außerdem soll der Code nur geklaut sein. Der Streamer und MMO-Experte Kira hat sich das Spiel und die bisher gezeigten Videos angesehen und sagt, das es ein riesigen Mischmasch an Unreal-Engine-Assets sei, die ohne jedes eigene Zutun zusammen gebastelt wurden.

Außerdem wurde die Herkunft dieser Assets nirgends erwähnt. Laut dem Kritiker Callum Upton seien 90 Prozent der genutzten Assets schon seit Monaten kostenlos verfügbar gewesenen und keinesfalls das Original-Werk der Entwickler.

Die bisher spielbare Alpha sei ebenfalls extrem dürftig. Laut Callum Upton wären nur ein paar Gebäudeblöcke vorhanden, von denen nur einer wirklich Wände habe. Außerdem wäre die Server-Sicherheit ein Witz. Er hatte kein Problem, den Server zu hacken und so ziemlich alles zu machen, was er wolle.

So hat er beispielsweise Tausende von Paprikas fröhlich in die Gegend gesetzt, oder eine 3.000 Meter hohe Streitaxt erschaffen. In einem anderen Fall hat er einfach das Wetter-System gehackt und so lange Wolken erschaffen, bis das Spiel überall abgestürzt ist.

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So schlimm soll es in Dreamworld zugehen.

Das sagen die Entwickler zu den Vorwürfen: Laut Upton und den Streamern sei Dreamworld einfach eine Katastrophe und womöglich ein einiger Fall von Betrug und Abzocke. Sie warnen vor dem Projekt.

Die Seite PCGamer kontaktierte daraufhin die Entwickler und befragte sie zu den Vorwürfen. Als Antwort kam schlicht nur:

Bedauerlicherweise profitieren diese Leute [die Kritiker wie Upton und Kira] von dieser üblen Nachrede. Wir ignorieren sie weitgehend und konzentrieren uns darauf, Dreamworld für unsere echten Spieler so gut wie möglich zu machen.

Weitere Fragen wurden dann ignoriert.

Freilich sind diese Anschuldigungen nicht in Gänze beweisbar und es kann durchaus sein, dass die Entwickler wirklich mit vollem Eifer an der Fertigstellung des Projekts arbeiten. Doch andererseits gibt es schon mehrere Fälle, in denen gutgläubige Backer viel Geld in Projekte investiert hatten, die am Ende wohl einfach zu gut klagen, um wahr zu sein.

Ein besonders prominentes Beispiel ist hier das MMORPG Chronicley of Elyria, das stark startete und am Ende völlig unterging, auch wenn der Chef immer noch weitermacht.

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