New World ist als MMORPG ein Mega-Hit – Warum das Blizzard, EA und Sony ärgern muss

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author image by | Gaming | 0 Comments | 01 Okt 2021

Das neue MMORPG New World von Amazon ist schon jetzt ein riesiger Hit auf Steam. Unser Autor Schuhmann glaubt: Für so einen MMORPG-Hit war die Zeit seit 5 Jahren reif. Doch die großen Studios im Westen wie Blizzard, Sony und EA haben ihre Chance verpasst.

Was für ein Hit ist New World? Der Siegeszug von New World ist aktuell unbestreitbar:

Auf Steam erreichte New World in der Nacht vom 30. September einen Peak von 758,543 gleichzeitigen Spieler – das ist für einen „Buy2Play“-Titel extrem hoch. Aktuell ist es das fünftgrößte Spiel aller Zeiten auf Steam.Auf Twitch ist New World klar die Nummer 1. In den letzten 7 Tagen wurden bereits 36 Millionen Stunden „New World“ gesehen – das ist doppelt so viel wie bei Diablo 2 Resurrected und 3-mal so viel wie bei FIFA 22. Sogar GTA Online und LoL hat New World deutlich überholtWirtschaftlich ist New World ein Hit. Wirtschafts-Seiten berichten bereits, was Amazon hier für ein Coup gelungen ist. Nach 2 Fehlschlägen scheint Amazon jetzt endgültig im Gaming angekommen zu sein.

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Seit 5 Jahren gibt es einen Trend zu Masse, Spektakel und Twitch

Warum war das abzusehen? In den letzten 5 Jahren gab es im Gaming einen großen Wechsel hin zu Multiplayer-Spielen:

2016 wurden Spiele wie H1Z1, ARK: Survival Evolved, Conan Exiles oder PlayerUnknown’s Battlegrounds über Twitch zu Spielen, die deutlich erfolgreicher und größer wurden, als es ihnen rein von der technischen Qualität eigentlich hätte möglich sein sollen.2018 war Fortnite das größte Spiel der Welt. Es bildetet einen virtuellen Ort, in dem sich vor allem Teenager und Jugendlichen aufhielten, wie zu früheren Zeiten in einem Jugend-Club.2020, als kaum neue Spiele erschienen, erlebten kleine Spiele wie „Among Us“ oder alte Spiele wie „GTA 5 Online“ als Rollenspiel oder das „Survival-MMO“ Rust plötzlich einen riesigen Ansturm.

In den letzten 5 Jahren wurde deutlich, dass der Trend bei Spielen hin zu „sozialer Interaktion“ und zu „Twitch“ als großes Spektakel geht.

Gleichzeitig erschienen von 2015 an aber keine großen neuen, westlichen MMORPGs mehr.

Die MMORPGs, die vorher erschienen waren, bewegten sich in Richtung „Singleplayer-RPG“, die man auch online spielen kann. The Elder Scrolls Online wurde eher zu einem „Skyrim Online“ als zu einem klassischen „MMORPG“. Star Wars: The Old Republic wurde in den neuesten Erweiterungen fast vollständig zum Singleplayer-MMORPG. Sogar WoW hat auf kleine Gruppen gesetzt und darauf, immer mehr alleine zu machen.

Das westliche MMORPG ist tot und Ihr seid schuld

Das konnte man daraus folgern: Der Trend zeigte seit 2016 eigentlich klar, dass es eine große Spielerschaft gab, die sich danach sehnte, eine „virtuelle Welt“ gemeinsam in einer großen Gruppe zu erleben und sich mit dem Spiel zu beschäftigen, wenn sie selbst nicht spielten: Dann schauten sie YouTube-Videos dazu, sahen Twitch-Streams oder diskutieren in Foren oder auf Social Media darüber.

Die Zeit war reif für ein erfolgreiches MMORPG, das wieder auf „Masse“ und „Spektakel“ geht, statt auf eine „Singleplayer“-Erfahrung im Multiplayer-Gewand.

Darum sollten sich die großen Studios ärgern: Eigentlich hatten die „ganz großen Player“ im Westen alle ein Spiel in der Mache, um genau in diese Lücke zu vorzustoßen.

Doch letztlich haben alle großen Publisher ihre Chance verpasst.

Darum ging es für Blizzard schief

Das war die Chance für Blizzard: Blizzard entwickelte bereits ab 2007 ein neues „MMORPG“ namens Titan.

Das Spiel sollte eine Art klassenbasierter Shooter werden, bei dem Spieler ihren Charakter weiterentwickeln und ihnen starke Fähigkeiten geben sollten. Außerdem sollte Titan auch „Nicht-Kampf“-Fähigkeiten unterstützen.

Die Idee war, dass Titan in einer „SF-Version der Erde“ spielt, in der Spieler tagsüber einem normalen Job nachgingen und sich nachts in den Kampf stürzten.

In einer anderen Welt würden wir seit Jahren “Titan” spielen, das Next-Gen-MMORPG von Blizzard.

Darum ging die Chance schief: Blizzard stellte schon 2014 die Arbeit an Titan ein. Man bekam es nicht hin, die Fähigkeiten zu balancieren. Das Spiel machte, laut Chef-Entwickler Jeff Kaplan, einfach keinen Spaß.

Aus den Resten von Titan entwickelte Blizzard später Overwatch.

Darum ging es für Sony schief

Das war die Chance für Sony: Ein Studio von Sony, „Sony Online Entertainment“, entwickelte von 2009 bis 2016 das neue MMORPG Everquest Next. Es sollte für PS4 und PC erscheinen.

Everquest Next sollte kein Sequel zur MMORPG-Reihe Everquest werden, sondern in einer Parallel-Welt spielen mit eigenen Ansätzen.

Besonderheiten von Everquest Next waren, dass es ein spezielles KI-System unterstützen sollte, um die Handlung immer frisch zu halten. Außerdem sollte die Umwelt zerstörbar sein und Spieler sollten die Möglichkeit haben, die Welt zu bauen und zu erweitern.

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Das ging schief: Sony trennte sich von dem Studio Sony Online Entertainment. Die machten als „Daybreak“ weiter und landeten mit H1Z1 kurzfristig einen Hit. Rasch wurde beschlossen, die Entwicklung von „Everquest Next“ einzustellen – angeblich hätte das Spiel einfach keinen Spaß gemacht.

Andere Beteiligte an dem Projekt sagten aber: „Sie hätten das hinbekommen“. Doch offenbar war die Entwicklung von Everquest Next eine Investition, die man ohne Sony im Rücken nicht mehr stemmen konnte.

Darum ging es für EA schief

Das war die Chance für EA: Das Studio BioWare hatte von 2012 bis 2019 für EA den Online-Shooter „Anthem“ entwickelt, der 2019 tatsächlich mit großer Aufmerksamkeit für PC, PS4 und Xbox One startete.

Anthem war „das Spiel, in dem jeder Iron Man“ ist. Es wurde für seinen starken Gameplay-Loop und die atmosphärische Welt gelobt.

Anthem war zwar kein MMORPG, hatte aber 2019 einen ähnlichen “Anschub”-Hype wie New World im Jahr 2021.

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Das ging schief: Die Entwicklung von BioWare lief rumpelig. Letztlich konnte das Team Anthem zwar fertigstellen, hatte aber keine Kraft mehr, um es nach dem Release weiterzuentwickeln. Allein das Lösen der vielen Probleme im Spiel hätte einen Aufwand bedurft, den EA und BioWare offenbar nicht mehr leisten konnten und wollten.

Zwar lagen Konzepte von BioWare vor, wie man Anthem mit einem Rumpfteam grundlegend überarbeiten wollte, doch setzte EA diese Ideen nicht mehr um.

Stattdessen hat man die Entwicklung des Shooters eingestellt.

Titan, Everquest Next und Anthem wären 3 Spiele gewesen, die alle die Chance hatten, von den veränderten Bedürfnisse der MMO-Spieler in den letzten 5 Jahren zu profitieren. Doch letztlich hat keines der westlichen Studios ernsthaft versucht, diese neue Lust an „Community“ und „Spektakel“ im MMORPG-Bereich zu nutzen.

New World hat jetzt gezeigt, dass die Zeit reif für so ein Spiel ist.

2018 haben wir uns in einem großen Artikel überlegt, wie ein “erfolgreiches neues MMORPG” aussehen sollte, heute wissen wir es:

Es wird Zeit für ein neues MMORPG, aber die Ära der WoW-Killer ist vorbei

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