Outriders ändert Loot radikal, um Spiel zu retten – Hat’s geholfen?

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author image by | Gaming | 0 Comments | 03 Jul 2021

Outriders hatte nach Release mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Zu den größten Kritikpunkten zählte der viel zu harte Grind von legendärem Loot. Mit dem letzten Update hat People Can Fly die Drop-Chancen nun verdoppelt. Hat es geholfen? MeinMMO gibt euch einen Überblick zur aktuellen Lage des Loot-Shooters.

So lief es bisher für Outriders: Der Release am 1. April 2021 und die Zeit danach lief alles andere als glatt. Dabei fing alles mit der kostenlosen Demo und erfolgreichen Verkaufszahlen vielversprechend an. Für Publisher Square Enix ist Outriders ein Erfolg. 

Doch der Loot-Shooter kämpfte zum Start mit großen Problemen im Matchmaking, zahlreiche Bugs machten Spielern das Leben schwer.

Zu den gravierendsten Zwischenfällen zählt der Inventar-Bug, der einfach sämtliche Ausrüstung von einigen Spielern verschwinden ließ. Es dauerte über einen Monat, bis People Can Fly eine Lösung fand. Zum Release konnten sich zahlreiche Playstation-Nutzer nicht in Outriders einloggen, später gab es ähnliche Probleme auf Xbox-Konsolen.Nach einem Update folgte dann ein Rüstungs-Bug, der im Endgame für richtig viel Frust sorgte. Gegner verursachten im Endgame plötzlich viel mehr Schaden an, teilweise gab es sehr seltsame One-Hit-Kills. Auch hier dauerte es fast einen Monat, bis People Can Fly eine Lösung fand.Generell klagten Spieler über Probleme im Multiplayer, viele spielten Outriders nur noch solo, da es im Koop zu viele Lags gab.Dort sorgten zudem nervige Trolle für viel Ärger, indem sie Spieler um ihre hart verdienten Belohnungen brachten. Mit der Zeit wurde auch der Grind im Endgame zum Frustfaktor. Die Kritik: Legendärer Loot war viel zu selten und die Drop-Chancen unfair. Einige Spieler cheateten sogar, weil die Drop-Rate so mies war.Outriders verlor in dieser Zeit etliche Spieler, was einerseits den Problemen geschuldet war, aber auch daran liegt, dass Outriders kein Service-Spiel wie Destiny 2 oder The Division 2 ist. 

Was ist mit Life-Service-Spiel gemeint? Dabei handelt es sich um Spiele wie Fortnite, CoD Warzone oder Destiny 2, die seit Release kontinuierlich mit Inhalten erweitert werden. Dabei gibt es Seasons, Battle Passes und Ingame-Shops, über die Echtgeld eingenommen wird. Outriders bietet nichts dergleichen und wird als “fertiges” Spiel vermarktet.

Dennoch haben die Entwickler mit zahlreichen Updates versucht, die Lage zu verbessern. So wurde mit dem letzten Update die Drop-Chance von legendärem Loot um 100 % erhöht.

Hat das Update geholfen und wie sieht es jetzt, 3 Monate nach Release in Outriders aus? Wir fassen die Situation für euch zusammen. 

Hat das letzte Update nun geholfen?

Wie ist die Stimmung nach dem letzten Patch? Die Änderungen an den legendären Drop-Chancen kamen bei den Spielern insgesamt gut an. So berichten nun zahlreiche Outrider von ihrem Beuteglück und dass es sich endlich lohnt, im Endgame zu grinden.

Vor allem im Subreddit zu Outriders lässt sich die bessere Stimmung ablesen. Gab es die letzten Monate vor allem enttäuschte Posts und viel Kritik an den Entwicklern, gibt es nun wieder deutlich positiveres Feedback. 

Phoenix Vanguard: “[…] mein erster Lauf auf Stufe 14 mit Silberzeit brachte drei Leggis. War etwas dabei, das ich wollte? Scheiße, nein. Aber sie waren alle neu. Und am wichtigsten: Ich hatte sofort das Gefühl, dass meine Zeit genug respektiert wurde, um weiterzuspielen. Als hätte ich eine ECHTE Chance, meinen Set-Bonus zu bekommen. Und nachdem ich bis 2 Uhr morgens gespielt hatte, habe ich es geschafft! Ich habe gar nicht gemerkt, wie viel Zeit vergangen war, ich hatte tatsächlich Spaß.” (via reddit)C_Lana_Zepamo: “Ich kann sagen, das Spiel läuft besser, die Ladezeit ist nicht so lang wie vorher (auf PS4 hier). (via reddit)Broad-Love7972: “Es ist ein großartiger Patch! Mein Favorit bisher.” (via reddit)RobertoVerge: “Ich stimme absolut zu. Nach Wochen des Grindens für irgendwas, was einem Top-Tier-Build auch nur ansatzweise nahe kam, habe ich jetzt, was ich für ein gutes Pyro-Setup brauche und das Spiel macht so viel Spaß jetzt. Es geht in die richtige Richtung. (via reddit)

Doch natürlich ist nicht alles nun Friede, Freude, Eierkuchen. Nach wie vor hat Outriders einige Probleme, wie zahlreiche Spieler weiterhin deutlich machen. 

Outriders hat noch einen langen Weg vor sich

Welche Probleme gibt es noch? Auch wenn sich die Lage seit dem Release nun endlich stabilisiert, haben die Spieler noch einige Kritikpunkte. Vor allem das Endgame mit seinen Expeditionen wird stark diskutiert. 

Wie funktioniert das? Hier geht es darum, bestimmte Missionen in einem Zeitrahmen abzuschließen. Je schneller ihr seid, desto besser fallen am Ende die Belohnungen aus.

Das Problem ist der Zeitrahmen, der vielen Spielern seit Release von Outriders auf die Nerven geht. Denn das begünstigt vor allem Builds, die viel Schaden austeilen. Kooperatives Zusammenspiel und die Kombination verschiedener Klassen und Spielweisen gerät in den Hintergrund.

Außerdem ist diese Form des Endgames eintönig. Daher wünschen sich zahlreiche Outriders neue Endgame-Varianten und allgemein mehr Inhalte. 

Für manche ist es auch schlicht schon zu spät und sie haben bereits das Interesse am Spiel verloren. Hier einige der kritischen Stimmen:

Digitek50: “Das Engame braucht viel mehr Inhalte und wir brauchen etwas, für das wir Drop Pods ausgeben können.” (via reddit)chrisapete123: “Kein DPS-basiertes Endgame mehr, das ist Müll. Baut das Endgame so, dass wir einen Tank, DPS und Heiler brauchen.” (via reddit)fireflyry: “Es ist toll, dass sie daran arbeiten und Probleme beheben, aber das Zeitfenster ist für mich vorbei. Ich bin vielleicht eine Stunde lang wieder reingesprungen, um mir die Änderungen anzuschauen und war wieder ziemlich gelangweilt.” (via reddit)

Hier entgegnen andere Spieler, dass Outriders kein Life-Service-Spiel sei und dass man deswegen nicht viel mehr erwarten sollte. 

Dennoch werden immer wieder Vergleiche zu anderen Life-Service-Games gezogen, wie beispielsweise Destiny 2 oder Biowares “verstorbenem” Anthem. 

Schafft Outriders die Kehrtwende, an der Anthem scheiterte?

Was war bei Anthem damals los? Der Loot-Shooter hatte einen der katastrophalsten Releases der letzten Jahre und wurde anschließend von Publisher Electronic Arts fallengelassen. Die ganze Geschichte könnt ihr hier nachlesen: Anthem ist tot – Das kurze Leben und lange Sterben von EAs „nächstem großen Ding“

Outriders scheint diesen Weg vermeiden zu können, was auch Kollege Paul Tassi von forbes.com so sieht. Er schrieb nach dem letzten Update zu Outriders: 

“[…] je länger das Spiel [Anthem] lief, desto deutlicher wurde, dass selbst fortlaufende Verbesserungen das Konzept im Kern nicht grundlegend retten konnten. Und als es an der Zeit war, zu entscheiden, ob Anthem noch mehr Arbeit und Investitionen verdient, war die Antwort für mich (und EA) nein. Es hat es versucht, es ist gescheitert.”

Bei Outriders sieht die Sache seiner Meinung nach anders aus: 

“Outriders hat nicht versagt. Und was dieser neue Patch und diese jüngsten Änderungen zur Verbesserung von Verbindungsproblemen, Schadensminderung und -ausgabe und verschiedenen Fertigkeiten mir gesagt haben, ist: Ja, ich will weitere Investitionen in diese Serie, also DLC, eine Erweiterung, was auch immer.”

(via forbes.com)

Das entspricht auch der Meinung zahlreicher Spieler, die nach wie vor Spaß an den grundlegenden Loot-Mechaniken von Outriders haben. 

Meinung: Nach längerer Pause habe ich Outriders wieder einen Besuch abgestattet und tatsächlich: Im Vergleich läuft das Spiel nun deutlich runder, als zuvor. Gegner töten einen nicht mehr so schnell und unvorhersehbar mit einem Schlag, man kann deutlich besser auf die Feindmassen reagieren. Von technischer Seite gibt es für mich nun also endlich nicht mehr viel zu meckern.

Trotzdem: Outriders lässt mich zwiespältig zurück. Der Shooter hat mit seinen Klassen und seinen Loot-Mechaniken ein Grundgerüst, das mich von Anfang an angesprochen hat. Selbst die von vielen als mittelmäßig bewertete Story hat mir Spaß gemacht.

Wenn das Endgame um die Expeditionen nicht so eintönig wäre, würden mich die ganzen technischen Macken auch nicht so stören. Doch spätestens seit dem Loot-Update habe ich das Gefühl, dass sich das Spiel allmählich in die richtige Richtung bewegt. 
Dennoch darf man nicht vergessen: Eigentlich hätte es zum Release so aussehen sollen und Outriders hat fast 3 Monate gebraucht, um die gravierendsten Probleme zu beheben. Entscheidend ist, wie es jetzt weiter geht.

Sollten in Zukunft tatsächlich DLCs in Form von Erweiterungen und neuen Endgame-Inhalten folgen, werde ich Outriders auch definitiv wieder spielen. Im Moment ist für mich persönlich allerdings die Luft raus, da mich die Expeditionen mit ihren Zeit-Vorgaben durch das Spiel hetzen. An solchen Mechaniken verliere ich ziemlich schnell den Spaß. Das ist auch völlig okay, die Kampagne hatte etliche Stunden Spielzeit zu bieten.

Ob sich Outriders im Endgame lohnt, hängt aber von euch als Spielertypen ab. Wenn ihr die Expeditionen in der Form mögt und ihr an solchen Aktivitäten Spaß findet, lohnt es sich definitiv, wieder hereinzuschauen. Wenn bei euch nach der Kampagne die Luft raus war, wird sich für euch nicht viel ändern. 

Dennoch könnte Outriders über seinen Multiplayer-Aspekt viel mehr bieten. Dafür sollten dringend Verbesserungen an den Online-Mechaniken vorgenommen werden. Kein Voice-Chat in 2021? Und das bei einem Spiel mit Crossplay? Matchmaking, obwohl der Spieler seit drölf Stunden AFK in seinem Camp herumsteht? Keine Wahl der Herausforderungsstufe bei den Expeditionen in der Spielersuche? Da muss nachgebessert werden. Es bedarf vieler solcher Kleinigkeiten, um das Spiel “rund” zu machen.

Tarek Zehrer
Freier Autor bei Mein-MMO

Kommt nun eine Erweiterung, oder direkt Outriders 2?

Wie geht es mit Outriders jetzt weiter? Outriders und Entwickler People Can Fly hat immer noch viel Arbeit vor sich. Sicherlich werden weiterhin technische Updates kommen. Doch darüber hinaus? Da das Spiel so ein Erfolg für den Publisher Square Enix war, kann man davon ausgehen, dass man darauf aufbauen will.

Seit dem 19. Mai wissen wir, dass der Publisher Outriders nun als eines seiner nächsten großen Franchise sieht. (via eurogamer.net)

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass es DLC-Erweiterungen geben wird. Das haben die Entwickler bereits vor Release von Outriders bestätigt, sollte der Shooter ein Erfolg werden.

Damals hieß es auch, dass DLCs hauptsächlich umfangreiche Erweiterungen der Hauptgeschichte sein werden. Man kann also gespannt sein, was die Zukunft mit sich bringt.

Es wäre allerdings auch nicht überraschend, wenn Square Enix lieber direkt an einem Outriders 2 arbeiten lässt, als auf DLCs zu setzen. Wir müssen also einfach abwarten.

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