Path of Exile war wirklich zu hart – Entwickler gibt zu: „Wir haben komplett versagt“

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author image by | Gaming | 0 Comments | 13 Aug 2021

In einem 3,5-stündigen Podcast stellte sich der Chef-Entwickler von Path of Exile, Chris Wilson, den Fragen der aufgebrachten Community. Der letzte Patch 3.15 hatte viel Unmut unter den Spielern gestreut, da er den Schwierigkeitsgrad des Spiels deutlich anhob. Wir von MeinMMO fassen zusammen.

Warum der Podcast? Mit dem letzten großen Update startete die Liga-Expedition und die drehte ordentlich am Schwierigkeitsgrad des Spiels. Manche Builds verloren bis zu 40 % an Schaden. Doch offenbar waren nicht alle Änderungen so geplant und viele von ihnen kamen bei der Community nicht gut weg.

Scheinbar verlor Path of Exile etwa 30 % seiner Einnahmen nach Expedition, wie Chris im Podcast erzählt und das größtenteils aufgrund der Änderungen in diesem Update. Bisher hielt sich Entwickler Grinding Gear Games jedoch zurück und hat wenig Antworten an die Fans gegeben. In diesem Podcast will sich Chris allen Fragen der Community stellen.

Was ist das für ein Podcast? Beim Podcast handelt es sich um die 75. Ausgabe des “Baeclast”, einem Podcast der von YouTuber und Community-Mitglied Tarke Cat geführt wird. Die Twitch-Streamer und PoE-Experten Octavian, RaizQT, Nugiyen und ZiggyD schlossen sich dem Podcast an und redeten mit Chef-Entwickler Chris Wilson über den Stand des Spiels.

In diesem Video könnt ihr euch die vollen 3,5 Stunden ansehen:

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„Wir mögen die Änderungen selbst nicht“

Was sagt Chris Wilson? Neben den Themen Path of Exile 2 und der langfristigen Zukunft von Path of Exile ist ein möglicher Hardcore-Modus im Gespräch. Das große Thema sind aber die Änderungen von Expedition (auch Patch 3.15 genannt), welche davon gut und welche schlecht waren.

Chris spricht unter anderem davon, dass sie alle Nerfs in einen Patch packen wollten, und sie teilweise während der Planung fahrlässig wurden, und mehr Nerfs machten, als sie hätten tun sollen. Mit anderen Änderungen ist er aber sehr zufrieden. Besonders entschuldigt er sich für die fehlerhafte Kommunikation zwischen Community und Entwickler.

Es ist schwierig. Wenn ich mir den Live-Stream, den wir zu Expedition gemacht habe, ansehe, stehe ich voll hinter allen Aussagen. Sie sind alle richtig. Aber sie wurden nicht so aufgenommen, wie wir dachten. Es wäre leicht, zu sagen, dass ihr das einfach alle falsch verstanden habt, aber der Fehler lag bei uns. Wir haben uns falsch ausgedrückt, und das tut uns leid.

Er spricht darüber, einige der Änderungen mit den nächsten Updates 3.16 und 3.17 erneut anzugehen und teilweise zurückzurudern. Ein sehr wichtiges Thema sei für die Community demnach die Änderungen am Mana und an den Flasks, also Tränken, die einen kurzfristigen Bonus gewähren und dann durch Kills wieder aufgefüllt werden müssen. Außerdem kritisiert Wilson die Schnelligkeit von Path of Exile.

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Wir haben in einer Konferenz darüber gesprochen [das neue Flask-System] und ich muss zugeben, wir haben einfach komplett versagt. Die Änderungen bewirken nicht das, was wir wollten, sie funktionieren schlichtweg nicht und wir mögen sie nicht. […] Wenn unser Spiel jetzt auf 1500 % läuft [Geschwindigkeit] wollen wir ungefähr 800 % erreichen. Wir wollen, dass ihr wirklich kämpft. Momentane Builds töten Gegner, die ihr nicht einmal auf dem Bildschirm sehen könnt. Das macht doch keinen Spaß.

Was sagen die Profis? Besonders auf diese Aussage erntet er harsche Kritik von den Profis in der Runde. Der Streamer Nugiyen wirft GGG vor, eine Sache zu sagen, aber eine andere zu tun und geht dabei besonders auf Tank-Builds ein und Menschen, die explizit langsamer spielen wollen.

Ihr wollt das Game langsamer machen, das kann ich verstehen, aber derzeit tut ihr nichts dafür. Eure Änderungen an den Flasks bewirken sogar das Gegenteil. Töte ich schneller Monster, kann ich schneller Flasks benutzen und noch schneller Monster töten. Ihr macht das Spiel nicht langsamer, wenn ihr starke Speed-Builds abschwächt, ihr müsst langsamen Builds eine Chance geben, zu existieren. Viele Fans wollen langsamer spielen, sie wollen sich Zeit nehmen, aber die momentane Meta lässt das schlichtweg nicht zu. Ihr müsst grundlegend überarbeiten, wie Flasks sich wieder aufladen, nicht nur, wie sie sich aktivieren lassen.

In diesem Video seht ihr den Trailer zum letzten Update:

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Entwickler verspricht: „Keine weiteren Abschwächungen“

Wie geht es weiter? Bereits im nächsten Update 3.16 sollen erneut umfangreiche Änderungen auf das Flask-System zukommen. Ihr sollt leichter die Flasks bekommen können, die ihr benötigt. Außerdem werden Pro-Aktive und Re-Aktive Flasks in Zukunft von Modifikationen anders behandelt, um mehr Spielstile zu unterstützen.

Auch andere Änderungen möchte sich das Team von GGG erneut genauer anschauen und einiges wieder verstärken. Chris Wilson verspricht aber, dass es nächster Zukunft keine weiteren Abschwächungen mehr für irgendwelche Mechaniken geben wird.

Wir wollten einen großen Patch machen, der alles ändert, damit sich Spieler nicht viermal hintereinander umgewöhnen müssen. Wir haben alles abgeschwächt, was wir wollten. Absolut alles. Es wird in nächster Zukunft keine Nerfs mehr geben, weder in Patch 3.16, noch in Patch 3.17. Alles, was jetzt noch kommt, macht euch wieder stärker.

Was ist das mit dem Masochisten-Modus? Chris spricht außerdem über einen extrem harten Modus, der vielleicht seinen Weg ins Spiel finden soll. Die Idee dazu kam dem Team bei den Änderungen von 3.15. Wenn dieser Modus tatsächlich in Path of Exile kommt, soll er vollkommen freiwillig sein und wirklich extrem schwer werden. Chris Wilson erklärt das wie folgt:

Es soll ein Modus sein, wo man sich über ein blaues Item richtig freut. Wo man mit 3 Orbs in die Stadt kommt, und nicht mit 50. Ausrüstung soll hier enorm an Bedeutung gewinnen und Werte lassen sich nicht einfach ändern. Hier müsst ihr mit dem zurechtkommen, was ihr findet und sollt euch über jedes Item freuen. Selbst für erfahrene Spieler wird Akt 1 eine Herausforderung. Akt 3 wird verflucht schwer, und ich selbst habe es noch nicht zu den Maps geschafft.

Es ist aber noch nicht sicher, ob es dieser Modus tatsächlich in Spiel schaffen wird. Chris hält es für eine Verbesserung für alle. Die Streamer wiederum befürchten eine Spaltung der Community, auch wenn sie es selbst gerne spielen würden.

Der Hard-Mode würde wohl eher für euch blutig enden

Die Community findet’s klasse

Was sagen die Spielenden? Nach herber Kritik freuen sich viele darüber, dass sich Chris ins Kreuzfeuer begibt und wirklich alle Fragen beantwortet. Die Stimmung in den Kommentaren, ob auf YouTube, auf reddit oder im Forum ist durchweg positiv. Die Community ist dankbar dafür, dass GGG hier den Austausch sucht und sieht der Zukunft wieder optimistischer entgegen.

So schreibt der User PCMau5 (via YouTube): „Ich muss zugeben, das war unglaublich transparent von Chris. Viel ehrlicher kann ein Spieleentwickler gar nicht sein. Sich offen der Diskussion zu stellen und neue Inhalte vor den nächsten Updates zu besprechen […] ist großartig.“GoodGuyGaming3 schreibt (via YouTube): „Ich bin beeindruckt von der Diskussion. […] Das ist bei Weitem die beste und konstruktivste Interaktion, die man jemals finden wird, während so dicke Luft in der Community herrscht. […] Das hier sollte ein Vorbild für andere in der Industrie sein, wie man mit seiner Community umgeht.“Der User killy2 schreibt (via pathofexile.com): „Nach dem Podcast habe ich insgesamt ein gutes Gefühl. Natürlich macht es das Spiel jetzt im Moment nicht besser, aber es könnte wieder auf die richtige Bahn kommen.“

Was haltet ihr von den Änderungen, dem Podcast und der allgemeinen Stimmung in der Community? Spielt ihr noch Path of Exile, oder habt ihr aufgehört nach 3.15? Wie findet ihr die Interaktion mit der Community? Schreibt es in die Kommentare.

Erst vor Kurzem äußerte sich Chris Wilson bereits zu Path of Exile 2 und sagt: „In 2 Jahren sind wir nah dran.“

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