Skurriles Gesetz verbot jungen Gamern, nachts online zu zocken – Soll nach 10 Jahren verschwinden

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author image by | Gaming | 0 Comments | 26 Aug 2021

Gamer unter 16 Jahren dürfen in Südkorea nachts nicht zocken. Das wurde ihnen per Gesetz verboten. Jetzt haben sich die zuständigen Ministerien eingesehen, dass diese Regel unnötig ist und setzen sie außer Kraft – Nach 10 Jahren.

Was ist das für ein Gesetz? Der „Youth Protection Revision Act“, auch bekannt als „Shutdown Law“ oder „Cinderella Law“, war ein Gesetz in Südkorea. Es blockierte den Zugang zu Online-Games für Jugendliche unter 16 Jahren zwischen 24:00 Uhr und 6:00 Uhr.

Das Gesetz wurde im Mai 2011 beschlossen und im November des gleichen Jahres trat es in Kraft. Ein ähnliches Gesetz wurde 2019 auch in China verabschiedet, als jungen Gamern nächtliches oder zu langes Zocken verboten wurde.

Grund für das Gesetz war offenbar die Furcht, dass exzessives Zocken zu Abhängigkeit oder sogar Suizid führen soll.

Warum wurde es nun geändert? Das Gesetz zog unter anderem die Problematik nach sich, dass sich seitens der Spiele-Hersteller kaum ordentlich regulieren ließ, wer wann spielt. Daraus folgten recht absurde Konsequenzen wie das von Kindern geliebte Minecraft mit einer Freigabe ab 19 Jahren.

Zudem waren lediglich Online-Spiele betroffen, Mobile- und reguläre Konsolen-Spiele konnten offenbar weiter konsumiert werden. Trotzdem haben einige Konsolen-Dienste wie das PlayStation Network ihren Dienst in Korea eingeschränkt (via Kotaku.com).

Wie effizient das Gesetz dann tatsächlich war in der Bekämpfung von möglicher Spielsucht bei Kindern, bleibt offen.

Auch von Eltern kam Kritik, die gerne selbst entscheiden wollten, wie sie ihre Kinder erziehen und welche Freiheiten sie ihnen gewähren. Sie konnten zwar nach Ausnahmen für ihre Kinder fragen, jedoch wurde diese Regel für je nach Spiel in nur zwischen 1 % und 28 % der Fälle in Anspruch genommen (via KoreanHerald.com).

Junge Gamer in Korea dürfen wieder nachts zocken – Mit Glück

Wie ist es jetzt? Das Gesetz soll außer Kraft gesetzt werden, wobei die Entscheidung am Ende des Jahres noch einmal in Revision gehen muss, ehe sie durchgesetzt wird. Eltern oder Erziehungsberechtigte sollen dann selbst entscheiden dürfen, wann ihre Zöglinge zocken dürfen.

Die koreanische Gesellschaft der Spielindustrie will sich nun auch dafür einsetzen, Eltern über die Möglichkeiten für den Jugendschutz in Spielen aufzuklären.

Übrigens sollte in Korea schon vorher ein Gesetz geändert werden, welches einen der berühmtesten Gamer der Welt vom Zocken abgehalten hätte:

Politiker will Gesetz ändern, damit Faker weiter LoL spielen kann

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