Was euch in World of Warcraft so nervt gefällt mir richtig gut

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author image by | Gaming | 0 Comments | 24 Jul 2021

Time Gating nervt viele Spieler in World of Warcraft. Doch Cortyn findet’s richtig praktisch, denn dadurch bleibt genug Zeit, um alle Inhalte zu genießen.

Kritik an World of Warcraft ist so alt wie das Spiel selbst. Logisch. Wenn ein Spiel viele Millionen Menschen erreicht, dann können nicht alle mit allem zufrieden sein – das ist schlicht nicht möglich. Noch schwieriger ist es bei einem so großen Spiel wie WoW, das nicht nur PvE anbietet, sondern auch PvP und eine gigantische Fülle an möglichen „Nebeninhalten“ wie Pet-Battles, Erfolge, Rollenspiel, Transmog-Sammlungen oder ein besonders großer Stall voller Reittiere.

Doch ein Kritikpunkt ist mit Shadowlands besonders laut geworden. Time-Gating.

Es wird von vielen Spielern verteufelt und – mal wieder – als der Untergang von World of Warcraft bezeichnet. Ich hingegen finde Time-Gating richtig nützlich, denn es erfüllt viele positive Dinge für mich.

Was ist Time-Gating? Eine exakte Definition davon gibt es wohl nicht und die Wahrnehmung geht hier auch etwas auseinander. Ganz grob lässt sich aber wohl sagen, dass „Time-Gating“ bedeutet, dass nicht alle Inhalte sofort spielbar sind und es unterschiedliche Hürden gibt. Diese Hürden sind oft so geschaffen, dass in einem gewissen Zeitraum nur ein bestimmter Fortschritt erzielt werden kann.

Aktuell ist das in WoW: Shadowlands vor allem das Freischalten der Ruhm-Stufen, die damit verbundenen Boni durch Seelenbande und die Freischaltung der Story-Kampagne.

Jede Woche nur ein bisschen Story – manche stört es tierisch, Cortyn mag’s.

Ich spiele viel – also stört Time-Gating weniger

Klar muss ich dazu sagen, dass ich in World of Warcraft auch aktuell einen recht vollen Terminkalender habe. Zweimal pro Woche wird abends geraidet und an zwei weiteren Tagen Dungeons auf „Mythisch+“ gemeistert, Tazavesh besucht oder Erfolge gesammelt. Damit ist ein großer Teil der Woche für mich verplant und ich bin recht stark ausgelastet.

Zwar sind wir beim Raiden noch auf normaler Schwierigkeit unterwegs und tasten uns langsam an heroisch ran, während wir im „Mythisch+“-Bereich aktuell nur 12er- bis 14er-Schlüsselsteine laufen. Damit sind wir bei Weitem nicht im Bereich der Pro-Gamer, aber auch weit weg vom Gelegenheitsspieler, der nie einen Fuß in „Mythisch+“ setzt und Raids nur aus dem LFR kennt.

Oder anders gesagt: Ich gehe davon aus, dass ich zur „Hauptmasse“ der WoW-Spieler gehöre, die recht viel Spaß in den Schattenlanden haben und an den meisten Inhalten Gefallen finden können. Der Teil der Spielerschaft, die nicht an jedem kleinen Detail rummeckert und jeden Nerf oder jede noch so kleine Mechanik als den Untergang von WoW bezeichnet und immer wieder im Subreddit die Beherrschung verliert.

Je mehr Inhalte mir in World of Warcraft gefallen, desto stärker hilft mir Time-Gating und sorgt dafür, dass ich überall am Ball bleiben kann.

Damit will ich nicht sagen, dass es nicht durchaus berechtigte Kritik an WoW gibt – die gab es immer und die gibt es auch in Shadowlands. Aber je öfter ich lese, dass Time-Gating der Untergang des Spiels ist und man deswegen „ganz bestimmt bald das Abo kündigt“, desto öfter muss ich mit den Augen rollen.

Ich verstehe, wenn das Time-Gating Spielern missfällt, die sich nur für eine einzige Art von Inhalt interessieren. Wer nur die reine Story erleben will, für den ist die Woche Wartezeit, die am Ende eine knappe Stunde lang Quests liefert, natürlich ziemlich lang.

Wer jedoch Freude an vielen unterschiedlichen Spielinhalten hat, dem kommt das Timegating durchaus entgegen.

Warten … warten … warten … auf die nächste Woche.

Time-Gating gab es immer, schon vor 16 Jahren

Mein letzter Punkt, auf den ich hinaus will: Time-Gating ist nichts Neues. Es war schon immer Bestandteil von World of Warcraft und vielen anderen MMORPGs und ist kein neues Phänomen. Dazu einfach zwei Beispiele aus World of Warcraft Classic:

Schon damals konnte man nur einmal pro Woche Beute aus einem Raid-Dungeon bekommen. Waren alle Bosse bezwungen, musste man bis zum nächsten Reset warten. Auch das ist Time-Gating in Bezug auf die Ausrüstung. Man konnte nicht endlos den Raid wiederholen, bis man perfekt ausgerüstet war.Besonders im Pechschwingenhort gab es damals Time-Gating. Denn damit alle Spieler einen Onyxiaschuppenumhang hatten, musste man die Drachenlady viele Wochen lang farmen, selbst wenn sie zu besiegen zu dem Zeitpunkt extrem einfach war. Auch das ist Time-Gating.

Natürlich ist Time-Gating nicht automatisch gut, nur weil es schon immer Bestandteil des Spiels war. Aber es gehört für mich einfach zu diesem Genre dazu. Es gibt mir einen klaren Rahmen dessen, was ich pro Woche auf jeden Fall „machen muss“, um meinen Mitspielern keine Last zu sein.

Gleichzeitig hält es für mich den Content frisch. Ich mag es, jede Woche ein neues Story-Kapitel zu erleben, das den Angriff gegen den Kerkermeister und seine Pläne weitererzählt.

Bei Serien und Anime mag ich es, eine komplette Staffel zu „bingen“, doch bei einem MMORPG wie World of Warcraft, das sowieso darauf ausgelegt ist, dass man es über Wochen und Monate spielt, gefallen mir die kleinen Story-Einheiten, die auch in Woche 9 nach einem Patch noch Neues bringen und den Alltag zwischen M+, Raids und Ruf-Grind auflockern.

Aber wie seht ihr das? Findet ihr Time-Gating in Ordnung? Oder stört euch das massiv und raubt den Spaß?

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