WoW-Ikone Chris Metzen sagt zum Blizzard-Skandal: „Wir sind gescheitert“

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author image by | Gaming | 0 Comments | 26 Jul 2021

Auch Chris Metzen, ein ehemaliger Top-Mitarbeiter von Blizzard und eine Ikone in WoW, meldet sich zu Wort. In seinem Statement bedauert er, was alles ans Licht kam.

Die letzten Tage haben ein düsteres Licht auf Activision Blizzard und vor allem die Abteilung rund um World of Warcraft geworfen. Immer mehr Vorwürfe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommen im Zuge einer Klage ans Licht der Öffentlichkeit. Es geht um Sexismus, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und viele andere Formen der Unterdrückung von Frauen.

Wer ist Chris Metzen? Chris Metzen war der „Senior Vice President of Story and Franchise Development“ bei Blizzard. Bis zu seinem Weggang im Jahr 2016 war er maßgeblich für die Story vieler Spiele von Blizzard verantwortlich. Er formte das Warcraft-Universum und ist – bis zum heutigen Tag – unter anderem auch die englische Originalstimme einiger Charaktere, wie Thrall oder Ragnaros.

Für viele war er der große „Story-Guru“ und eine äußerst charismatische Persönlichkeit, die häufig die BlizzCon eröffnete. Gleichzeitig markierte sein Weggang von Blizzard 2016 für viele den „Anfang vom Ende“ des Spieleentwicklers. Es war ein Abgang, dem noch zahlreiche weitere hochrangige Entwickler folgen sollten.

Inzwischen arbeitet Chris Metzen bei “Warchief Gaming” und erstellt dort Tabletop- und Pen&Paper-Spiele.

Chris Metzen war lange der Story-Chef bei Blizzard – und spricht heute noch Thrall.

Was hat Metzen gesagt? Zum Skandal äußerte sich Metzen in einem Statement auf Twitter.

Wir sind gescheitert und das tut mir leid. […]

Es gibt keine Ausrede. Wir haben zu viele Leute enttäuscht, als sie uns brauchten, und wir hatten das Privileg, es nicht zu bemerken, uns nicht zu bemühen und nicht den notwendigen Raum für unsere Kollegen zu schaffen die uns als Anführer brauchten. Ich wünschte, meine Entschuldigung könnte irgendeinen Unterschied machen. Aber das kann sie nicht.

Später erklärt er, dass es ihm schwer fällt, diese Geschichten von Blizzard mit dem in Verbindung zu bringen, was er so an dem Unternehmen geliebt hat.

Ich fühle den gleichen Schock, Ekel und Wut wie viele von euch – und ich habe Schwierigkeiten damit, den Ort den ich kannte, liebte und an dem ich so lange gearbeitet habe mit der harten Realität in Einklang zu bringen, die sich in den letzten Tagen offenbart hat. Es ist, als würde ich zwei unterschiedliche Welten anstarren.

Aber das ist es nicht. Es ist nur diese eine Welt und die riesige Kluft zwischen meiner Wahrnehmung von der Spitze und der erschütternden Realität, die viele von euch erlebt haben, erfüllt mich mit tiefgehender Schande.

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Weiter erklärt er, dass er als Vater von zwei Töchtern hofft, dass die eines Tages einen Arbeitsplatz finden können, an dem sie sich frei entfalten können. Er merkt aber an, dass er so nicht nur über Familie denken sollte, sondern über alle Frauen.

Es ist nicht genug zu sagen ‘Ich sehe dich’ und ‘Ich höre dich’, wenn Frauen schreckliche Dinge zustoßen, egal ob auf der Arbeit oder fernab davon. Wir müssen anwesend genug sein und den Willen haben zu FRAGEN, was ihre alltäglichen Erfahrungen sind – und dann alles daran setzen, sie mit dem Respekt, der Würde und den Gelegenheiten zu unterstützten, die sie verdienen.

Er endet damit, dass Metzen erklärt, dass so etwas nur gelingen kann, wenn nicht nur man selbst so handelt, sondern diese Sichtweisen und Werte auch auf das Umfeld übertragen werden. Man müsse einander zur Verantwortung ziehen – und bereit sein, zur Verantwortung gezogen zu werden.

Community gespalten, es herrscht Unsicherheit: Auch wenn Chris Metzen bei vielen Fans einen guten Ruf genießt, gibt es auch einige Kritik an ihm. So halten es viele für schwer vorstellbar, dass Metzen nichts vom Verhalten Afrasiabis wusste, der mehrere Frauen bedrängt haben soll. Afrasiabi wurde Metzens Nachfolger in Sachen Story und die beiden haben in der Vergangenheit viel zusammengearbeitet.

Dazu erklärte Metzen in einem weiteren Tweet:

In Bezug auf Alex [Afrasiabi]. Ich habe gerne mit ihm zusammengearbeitet […]. Ich hielt in Hinsicht auf die Arbeit sehr viel von ihm, aber wir haben außerhalb der ‘Story Jams’ nicht miteinander interagiert. Ich war niemals sein Chef. Wir hatten wenig miteinander zu tun, abseits der Arbeit oder gemeinsamer Raucherpausen und wir haben nicht eng zusammengearbeitet [seit] WotLK. Ich habe über ihn nie auch nur einen Pieps gehört, abgesehen davon, dass er hart zu seinem Team sein konnte und von Zeit zu Zeit ein Arschloch war. All das in der vergangenen Woche zu erfahren, war für mich sehr schockierend. Das ist einfach nur verwerfliche Scheiße.

Immer neue Reaktionen aktueller und ehemaliger Blizzard-Mitarbeiter tauchen zu den Vorfällen auf – und vermutlich wird das noch eine ganze Weile so anhalten.

Was haltet ihr von Metzens Aussagen?

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